Mentale Gesundheit im Coaching: Der unterschätzte Leistungsfaktor

In den letzten Jahren hat sich die Diskussion rund um mentale Gesundheit im Sport stark auf Athleten konzentriert. Was dabei oft übersehen wird: Coaches bewegen sich im gleichen Hochdrucksystem – oft mit noch mehr Verantwortung.
Eine aktuelle Scoping Review von meinem geschätzten Trainerkollegen (Tomek) Kowalski et al. analysierte 84 Studien mit über 5.500 Elite-Coaches und zeigt ein klares Bild:
Mentale Belastung ist im Coaching kein Randthema – sondern strukturell verankert.

Warum Coaching mental so fordernd ist

Ein Coach ist nicht nur Trainer.
Er ist gleichzeitig:

– Entscheider
– Führungskraft
– Konfliktmanager
– Verantwortlicher für Leistung und Ergebnisse
– Troubleshooter

Diese Kombination führt zu einem konstant hohen Stressniveau.

Typische Belastungen:

– Lange und unvorhersehbare Arbeitszeiten
– Permanente Leistungsbewertung
– Jobunsicherheit
– Hohe emotionale Verantwortung

Das Resultat:
Chronischer Stress, mentale Erschöpfung und Burnout sind keine Ausnahme, sondern häufig.

Das zentrale Modell: Anforderungen vs. Ressourcen

Das Paper zeigt ein klares Muster:
Mentale Gesundheit entsteht aus der Balance zwischen:

Belastung (Job Demands)
Ressourcen (Support & Fähigkeiten)

Wenn die Anforderungen dauerhaft höher sind als die Ressourcen, steigt das Risiko für mentale Probleme massiv.
Dieses Modell ist deckungsgleich mit dem bekannten Job-Demands-Resources-Modell (JD-R), das auch im Hochleistungssport Anwendung findet.

Die wichtigsten Risikofaktoren

Die Forschung zeigt klare Muster:

– Dauerhafte Überlastung
– Fehlende Erholung
– Perfektionismus
– Identifikation ausschließlich über Leistung
– Fehlende organisatorische Unterstützung

Besonders kritisch:
Viele Coaches versuchen, Probleme alleine zu lösen – ein Faktor, der Stress und Isolation verstärkt. Problem hierbei ist jedoch, dass es ab einem gewissen Leistungsniveau immer weniger andere Coaches gibt, mit denen man sich auf Augenhöhe austauschen kann.

Die wichtigsten Schutzfaktoren

Genauso klar sind die Dinge, die funktionieren:
Soziale Unterstützung

– Familie (für mich der ultimative Gegenpol, weil ich dabei nicht als Coach gesehen und bewertet werde)
– Kollegen (wie bereits oben angemerkt, ist die Anzahl potenzieller Austauschpartner evtl. begrenzt)
– Mentoren (sehr hilfreich, auch aus komplett anderen Lebensbereichen)

2. Organisationale Strukturen

– Klare Rollen
– Gute Kommunikation
– Zugang zu Support-Systemen

3. Individuelle Fähigkeiten

– Selbstreflexion
– emotionale Regulation
– mentale Strategien

4. Lifestyle

– Schlaf (für mich weniger die absolute Schlafdauer entscheidend, sondern fixe Einschlaf-und Aufwachzeiten)
– Bewegung (Radtraining ist für mich Therapie)
– bewusste Erholung (ohne Sportkontext, am besten im Kreise der Familie)

Das größte Problem: Kein Off-Switch

Ein wiederkehrendes Thema in nahezu allen Studien ist die fehlende Trennung zwischen Arbeit und Privatleben.
Reisen, Wettkämpfe und Verantwortung führen dazu, dass viele Coaches nie wirklich abschalten. Wenn man am Wochenende permanent am Ironman Tracker hängt, erfordert das viel Verständnis aus dem familiären Umfeld.

Langfristig führt das zu:

– schlechter Regeneration
– mentaler Erschöpfung
– sinkender Leistungsfähigkeit

Warum das für den Leistungssport entscheidend ist

– Ein überlasteter Coach trifft schlechtere Entscheidungen.
– Er kommuniziert schlechter.
– Und er verliert langfristig die Fähigkeit, Athleten optimal zu entwickeln.

Mentale Gesundheit ist kein “Soft Factor” – sie ist ein Performance-Faktor.

Was wir daraus lernen müssen

Die Verantwortung liegt nicht nur beim Coach selbst.
Organisationen müssen:

– bessere Strukturen schaffen
– mentale Gesundheit aktiv fördern
– Coaches genauso unterstützen wie Athleten

Gleichzeitig müssen Coaches lernen:

– Grenzen zu setzen ( Telefon ausschalten, Auszeiten an Sportler klar kommunizieren und “hart” bleiben, sich diese Auszeiten nicht nehmen lassen)
– Hilfe anzunehmen (Dialog ist King!!)
– bewusst zu regenerieren

Fazit

High Performance funktioniert nur nachhaltig, wenn auch die Menschen hinter der Leistung geschützt werden.

Nicht nur Athleten brauchen ein System.
Auch Coaches brauchen eines. Daher auch mein Appell an alle SportlerInnen. Respektiert die notwendigen Auszeiten der Coaches, denn nur so ist ein dauerhaft erfolgreiches Tandem möglich.

Quellen
Kowalski T. et al. (2025). Risk and protective factors in the mental health of elite sports coaches: a scoping review.
Bakker & Demerouti (2017). Job Demands-Resources Theory
Reardon et al. (2019). Mental health in elite athletes – IOC consensus statement
Bentzen et al. (2016). Burnout in high-performance coaches









Risk and protective factors in the mental health of elite sports coaches: a scoping review

Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit

Im Triathlon wird Technik häufig wie ein Idealbild behandelt. Der perfekte Armzug im Wasser, der ökonomische Laufstil oder die runde Trittbewegung auf dem Rad gelten als Zielgrößen, an denen sich Athleten orientieren. Oft wird sich dabei an den Spezialisten der einzelnen Disziplin orientiert und vergessen, dass Triathlon eher eine Kompromiss-Sportart darstellt.

Dieses Bild der optimalen Bewegung entsteht jedoch fast immer unter frischen Bedingungen: nach dem Einschwimmen im Becken, beim Lauf-ABC vor der Einheit oder bei kontrollierten Intervallen auf dem Rad. Genau hier liegt das Problem. Denn der Wettkampf findet nicht in diesem Zustand statt. Er beginnt vielleicht kontrolliert, entwickelt sich aber schnell zu einem Szenario, in dem Ermüdung, Stress und Dynamik die Bewegung dominieren. Entscheidend ist deshalb nicht, wie gut Technik aussieht, solange man frisch ist, sondern wie viel davon übrig bleibt, wenn der Körper an seine Grenzen kommt, also die Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit.

Was im Wettkampf wirklich zählt, ist nicht die Ästhetik einer Bewegung, sondern ihre Ökonomie. Eine ökonomische Bewegung ermöglicht es, mit möglichst geringem Energieaufwand eine bestimmte Geschwindigkeit zu halten. Sie reduziert unnötige muskuläre Belastung und bleibt auch dann stabil, wenn die Ermüdung zunimmt. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist ein Unterschied, ob ein Athlet bei Kilometer fünf eines Laufes technisch sauber wirkt oder ob er bei Kilometer 35 im Ironman immer noch effizient vorwärts kommt. Technik ist kein Selbstzweck, sondern nur dann wertvoll, wenn sie Energie spart und unter Belastung stabil bleibt.

Unter Ermüdung verändern sich Bewegungen zwangsläufig. Die Koordination nimmt ab, muskuläre Spannung geht verloren, Bewegungsumfänge verschieben sich und Kompensationen treten auf. Komplexe und fein abgestimmte Bewegungsmuster sind dabei besonders anfällig. Sie funktionieren gut, solange das System stabil ist, brechen aber schnell zusammen, wenn diese Stabilität verloren geht. Was übrig bleibt, sind einfache, robuste Muster. Genau diese sind im Wettkampf entscheidend.

An dieser Stelle wird es unbequem, denn ein Großteil des klassischen Techniktrainings im Triathlon verfehlt genau diesen Punkt. Typische Einheiten wie achtmal fünfzig Meter Technikdrills im Schwimmen oder zehn Minuten Lauf-ABC vor dem Lauf suggerieren, dass gezielt an der Bewegung gearbeitet wird. Tatsächlich sind diese Reize in den meisten Fällen zu kurz, zu isoliert und zu weit entfernt von der Wettkampfrealität, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Motorisches Lernen ist kein kurzfristiger Prozess. Es erfordert eine hohe Anzahl an Wiederholungen, die unter relevanten Bedingungen stattfinden. Genau das fehlt hier. Ein paar Minuten isolierter Technikarbeit reichen nicht aus, um Bewegungsmuster so zu verändern, dass sie unter Belastung stabil bleiben.

Hinzu kommt, dass der Transfer dieser Übungen in die eigentliche Zielsportart massiv überschätzt wird. Die Annahme, dass eine isoliert sauber ausgeführte Bewegung sich automatisch in die Gesamtbewegung überträgt, hält sich hartnäckig, ist aber in der Praxis selten zutreffend. Ein sauber geschwommenes Sculling hat nur begrenzte Aussagekraft für den Armzug im offenen Wasser, im Neoprenanzug und im direkten Kontakt mit anderen Athleten. Ebenso wenig garantiert perfektes Lauf-ABC einen stabilen Laufstil nach mehreren Stunden Belastung. Der Kontext verändert das System vollständig. Intensität, muskuläre Spannung, koordinative Anforderungen und Ermüdung wirken gleichzeitig auf die Bewegung ein. Wer Technik nur in einem isolierten, kontrollierten Setting trainiert, trainiert letztlich ein anderes Problem als das, das im Wettkampf auftritt.

Das wird besonders deutlich, wenn man sich anschaut, wann Technik im Training tatsächlich stattfindet. In der Regel geschieht sie in einem frischen Zustand, bei niedriger Intensität und unter maximaler Kontrolle. Der Wettkampf hingegen ist geprägt von Ermüdung, Dynamik und Kontrollverlust. Die logische Konsequenz ist, dass genau die Technik, die im Training vermeintlich erlernt wurde, im entscheidenden Moment nicht mehr abrufbar ist. Was bleibt, ist nicht das, was man isoliert geübt hat, sondern das, was unter Belastung stabil genug ist, um bestehen zu können.

Ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird, ist die Verwechslung von Gefühl und tatsächlicher Fähigkeit. Viele Athleten berichten nach Techniksets von einem besseren Wassergefühl oder einem lockereren Laufstil. Dieses subjektive Empfinden wird oft als Fortschritt interpretiert. Tatsächlich handelt es sich jedoch häufig um einen kurzfristigen Effekt ohne nachhaltige strukturelle Veränderung. Ein verbessertes Gefühl über wenige Minuten bedeutet nicht, dass sich ein Bewegungsmuster dauerhaft verändert hat. Ohne Wiederholung unter Belastung bleibt es genau das: ein Gefühl.

Das bedeutet nicht, dass Swim Drills oder Lauf-ABC grundsätzlich wertlos sind. Sie können sinnvoll sein, um Bewegungsvarianten kennenzulernen, das Körpergefühl zu schulen oder bestimmte Aspekte der Koordination anzusprechen. Problematisch wird es jedoch, wenn sie als zentrale Maßnahme zur Technikverbesserung betrachtet werden, ohne dass ihre Integration in die eigentliche Zielbewegung erfolgt. In der typischen Umsetzung im Triathlon sind sie oft mehr Beschäftigung als echte Intervention, also zeitlich gesehen eigentlich für die viel zitierte Katz’.

Die Konsequenz daraus ist klar. Technik muss dort trainiert werden, wo sie bestehen soll: unter Belastung. Das bedeutet, dass technische Schwerpunkte nicht isoliert, sondern in längere, wettkampfnähere Belastungen integriert werden müssen. Im Schwimmen kann das bedeuten, innerhalb längerer Serien bewusst an bestimmten Aspekten des Armzugs zu arbeiten. Im Laufen heißt es, Technik auch dann zu kontrollieren, wenn die Vorermüdung vorhanden ist, etwa nach dem Radfahren oder im letzten Drittel einer Einheit. Entscheidend ist, dass die Bewegung in dem Kontext stabilisiert wird, in dem sie später funktionieren muss.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Komplexität von Technik zu hinterfragen. Nicht die technisch anspruchsvollste Bewegung ist automatisch die beste, sondern diejenige, die unter realen Bedingungen reproduzierbar bleibt. Eine einfache, robuste Technik, die auch unter Ermüdung funktioniert, ist einer komplexen, aber instabilen Bewegung klar überlegen. Ergänzt werden muss dies durch den Aufbau struktureller Belastbarkeit. Ohne ausreichende muskuläre und passive Stabilität wird jede Technik früher oder später kollabieren, unabhängig davon, wie gut sie unter idealen Bedingungen funktioniert.

Die unbequeme Wahrheit ist, dass ein Großteil der klassischen Technikarbeit im Triathlon gut aussieht, sich gut anfühlt, aber wenig verändert. Entscheidend ist nicht, was ein Athlet isoliert kann, sondern was er unter maximaler Ermüdung noch aufrechterhalten kann. Genau dort trennt sich Training von Wettkampf.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Die beste Technik ist nicht die schönste, sondern diejenige, die übrig bleibt, wenn alles andere auseinander fällt, quasi die Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit.

Leistungsdiagnostik im Triathlon- Daten verstehen statt falscher Interpretation

Viele Triathletinnen und Triathleten gehen mit gemischten Gefühlen in einen Leistungstest und haben teilweise richtiggehend Angst davor.

Interessanterweise liegt die Herausforderung selten in der körperlichen oder auch mentalen Belastung einer solchen Überprüfung selbst, sondern in der Frage:

Was bedeuten diese Zahlen am Ende eigentlich für mich?

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Eine Leistungsdiagnostik bewertet dich NICHT. Sie liefert lediglich Informationen.

Und der Unterschied zwischen beidem bzw. das richtige Verständnis hierzu entscheidet darüber, ob ein Test dir wirklich hilft oder dich durch Fehlinterpretation der Daten eher verunsichert.

Warum Diagnostik überhaupt sinnvoll ist?

Im Ausdauertraining geht es nicht darum, möglichst hart zu trainieren, sondern möglichst zielgerichtet, um ein gutes Wechselspiel zwischen Be- und Entlastung zu gewährleisten und um die notwendigen Reize zu platzieren. Genau dafür braucht es eine Art Orientierung.

Eine Leistungsdiagnostik liefert diese Orientierung, indem sie zeigt, wie dein Körper auf steigende Intensität reagiert, wo sich relevante Übergangsbereiche (Schwellen) befinden und in welchen Bereichen Training besonders effektiv ist

Typische Messgrößen sind dabei die maximale Sauerstoffaufnahme (Vo2max) als grober Leistungsrahmen, die Übergänge zwischen lockerem, moderatem und intensivem Bereich und die Herzfrequenz-, Leistungs- und Stoffwechselreaktionen

Diese Daten helfen, das Training in eine gewisse Struktur zu bringen.

Sie sagen jedoch aber noch nichts darüber aus, wie gut du einen Wettkampf bewältigst, denn Training und Wettkampf sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Das Grundproblem klassischer Tests

Die Tatsache, dass Leistungsdiagnostiken sehr fehleranfällig und multifaktoriell beeinflussbar (Test-Equipment, Raumtemperatur, KH- und Hydrationsstatus etc.) sind, stellt ein immenses Risiko der Fehlinterpretation dar. Gerade die Messgenauigkeit mancher Powermeter hat eher was von einem Schätzeisen als von einem wirklichen Messen. Zudem folgen die meisten Tests einem klaren Prinzip, die Belastung wird stufenweise erhöht, bis eine maximale oder nahezu maximale Intensität erreicht ist.

Das funktioniert gut, um physiologische Reaktionen sichtbar zu machen, bringt aber auch ein ganz entscheidende Einschränkung mit sich, denn Langdistanz-Triathlon läuft nach völlig anderen Kriterien ab. Im Ironman geht es nicht darum, immer schneller zu werden.

Es wird viel mehr die Fähigkeit, eine konstante und möglichst hohe Leistung so lange als möglich aufrechtzuerhalten, quasi dem ermüdungsbedingten körperlichen Verfall entgegenzuwirken.

Ein kurzer Test im Labor kann diese Fähigkeit nur sehr begrenzt abbilden.

Was Tests zeigen und was nicht

Leistungsdiagnostik ist hervorragend darin, Grenzen sichtbar zu machen:

Wo wird Belastung spürbar intensiver?
Wann verändern sich Atmung und Stoffwechsel?
Wie reagiert das Herz-Kreislauf-System?
Was sie hingegen kaum erfassen kann:

wie stabil deine Leistung über mehrere Stunden bleibt
wie effizient dein Energiestoffwechsel bei moderater Intensität arbeitet
wie gut du mit Verpflegung unter Belastung zurechtkommst
wie konstant du dein Tempo steuern kannst
Das erklärt auch, warum starke Testergebnisse nicht automatisch zu starken Wettkämpfen führen! Die Erfahrung hat gezeigt, dass Athleten mit extremen Vorschusslorbeeren in Form überragender Laborergebnisse im Wettkampf weit hinter ihren vermeintlichen Fähigkeiten geblieben sind. Aber auch gegenteilig kann man beobachten, dass Athleten mit mediokren Laborergebnissen sehr starke WK-Leistungen liefern.

Die entscheidende Fähigkeit im Triathlon

Gerade auf der Langdistanz liegt die relevante Intensität deutlich unterhalb dessen, was in Tests als „Limit“ ermittelt wird.

Erfolgreiche Athleten zeichnen sich nicht dadurch aus, wie hoch ihre Maximalwerte sind,

sondern dadurch, wie gut sie darunter arbeiten können.

Das umfasst unter anderem:

optimale Bewegungsausführung > Bewegungsökonomie
stabile Energieversorgung über Stunden > Training the gut/ funktionierende KH-Strategie
effiziente Nutzung verschiedener Energiequellen > Fettstoffwechsel optimiert + KH-Aufnahme
geringe muskuläre Ermüdung bei moderatem Tempo > Setzen WK-spezifischer Reize im Training
Mit anderen Worten:

Nicht die Spitze entscheidet, sondern die Stabilität und Robustheit im spezifischen Wettkampftempo

Ernährung als unterschätzter Leistungsfaktor

Ein Bereich, der in klassischen Tests kaum berücksichtigt wird, ist die Energiezufuhr während der Belastung.

Gerade im modernen Triathlon spielt sie eine zentrale Rolle:

Hohe Kohlenhydratzufuhr ( bitte keine 180g/h) kann die Leistungsfähigkeit deutlich stabilisieren
Energiemangel wird hinausgezögert, ein „Bonking“ kann somit vermieden werden
die wahrgenommene subjektive Belastung bleibt länger kontrollierbar, alles fühlt sich stabiler an, das Vertrauen in die eigene Stärke bleibt länger vorhanden
Das bedeutet: Zwei Athleten mit identischen physiologischen Voraussetzungen können im Wettkampf völlig unterschiedlich performen, abhängig davon, wie gut sie ihre Energieversorgung im Griff und im Vorfeld entsprechend einstudiert haben.

Warum Maximalwerte oft überschätzt werden

Kennzahlen wie VO₂max oder Schwellenleistungen werden häufig als zentrale Leistungsindikatoren betrachtet.

In Wirklichkeit beschreiben sie vor allem eines: dein Potenzial.

Ob du dieses Potenzial im Wettkampf nutzen kannst, hängt jedoch von ganz anderen Faktoren ab:

Effizienz
Belastungsverträglichkeit
metabolische Anpassungen
Pacing/ Taktik/ Renncleverness
Das ist vergleichbar mit einem Motor:

Die maximale Leistung sagt wenig darüber aus, wie effizient er über lange Strecken arbeitet.

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

In der Theorie lassen sich Trainingsbereiche klar definieren.

In der Praxis entscheidet jedoch, wie gut du diese Bereiche im Alltag umsetzen kannst.

Das betrifft vor allem die Fähigkeit, das richtige Tempo zu treffen, die Stabilität unter Ermüdung, die Anpassung an äußere Bedingungen und schlussendlich auch die Konsequenz im Training

Deshalb ist es möglich, dass Athleten mit „durchschnittlichen“ Testergebnissen sehr erfolgreich sind, während andere trotz starker Werte hinter ihren Möglichkeiten bleiben.

Was wirklich entwickelt werden muss

Für nachhaltige Leistungsfähigkeit im Triathlon sind vor allem drei Dinge entscheidend:

1.Grundlage, Grundlage, Grundlage
2.optimierte Bewegungsausführung und daraus resultierende Ökonomie
3.Resilienz, Robustheit, Stamina, sowohl körperlich als auch mental
Eine Diagnostik kann helfen, diese Bereiche gezielt zu adressieren, aber sie ersetzt den eigentlichenTrainingsprozess auf keinen Fall

Fazit: Zahlen sind nur der Anfang

Leistungsdiagnostik ist ein hilfreiches Instrument, nicht mehr und nicht weniger. Ein zu nutzendes Tool, was aber definitiv kein absolutes Must have für alle Sportler darstellt.

Die Diagnostik kann eine gewisse Ordnung, Orientierung und Struktur bedeuten, lässt aber eine zentrale Frage offen, nämlich ob die diese Leistung auch in Rennstunde 5 immer noch abrufen kannst

Genau diese Informationen entstehen nicht im Testlabor, sondern im Training, im tagtäglichen Tracken der Files und der Kommunikation mit dem Coach

Und schlussendlich steht im Ziel eines Wettkampfs kein Spiroergometer, der wunderbar die Vo2max messen kann.

Das Einzige, was zählt, findet immer noch auf dem Platz statt.

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