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¹³C-Tracerdiagnostik: Wie man wirklich erkennt, ob Kohlenhydrate im Rennen ankommen

Am vergangenen Freitag stand unser Test-Event mit ExoAnalytics auf dem Programm. Hier einige Impressionen und Hintergrundinformationen, für was dieser Test eigentlich dienlich ist. Neben den gewonnen Erkenntnissen hatte wir jede Menge Spass. Denke, das kommt auf den Bildern auch rüber.

¹³C-Tracerdiagnostik: Wie man wirklich erkennt, ob Kohlenhydrate im Rennen ankommen

In der Sporternährung wird häufig darüber diskutiert, wie viele Kohlenhydrate Athleten pro Stunde aufnehmen sollten. Deutlich seltener wird jedoch die entscheidende Frage gestellt: Wie viel davon kann der Körper tatsächlich nutzen?

Genau hier kommt die ¹³C-Tracerdiagnostik ins Spiel. Sie gilt momentan als präziseste wissenschaftliche Methode, um nachzuvollziehen, welcher Anteil der aufgenommenen Kohlenhydrate während einer Belastung tatsächlich oxidiert — also zur Energiegewinnung verwendet — wird.

Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie zwischen zwei Energiequellen unterscheiden kann:

* Kohlenhydraten aus der aktuellen Nahrungsaufnahme

* körpereigenen Reserven wie Muskel- und Leberglykogen

Mit klassischen Verfahren ist diese Trennung nicht möglich. Eine herkömmliche Atemgasanalyse zeigt lediglich, wie viele Kohlenhydrate insgesamt verbrannt werden. Sie beantwortet jedoch nicht die Frage, ob diese Energie aus dem Gel in der Trinkflasche stammt oder aus den internen Speichern des Körpers.

Warum CGMs dafür nicht ausreichen

Immer wieder entsteht der Eindruck, moderne Glukosesensoren (z.B. Supersapiens) könnten diese Prozesse ebenfalls sichtbar machen. Das stimmt allerdings nicht.

Ein CGM misst lediglich Veränderungen der Glukosekonzentration im Gewebe zwischen den Zellen. Daraus lässt sich zwar ableiten, wie sich der Blutzucker entwickelt, aber nicht, ob die aufgenommenen Kohlenhydrate tatsächlich:

* den Darm passiert haben

* absorbiert wurden

* in der Muskulatur angekommen sind

* und dort letztlich oxidiert wurden

Zwischen „im Blut vorhanden“ und „energetisch genutzt“ liegt physiologisch ein großer Unterschied.

Um diesen Weg exakt nachvollziehen zu können, benötigt man markierte Kohlenhydrate — beispielsweise mit dem stabilen Kohlenstoffisotop ¹³C.

Was bedeutet exogene Kohlenhydratoxidation überhaupt?

Der Begriff beschreibt die Fähigkeit des Körpers, während einer Belastung zugeführte Kohlenhydrate als Energiequelle einzusetzen. Gemeint sind dabei Sportgetränke, Gels, Riegel oder andere Fueling-Strategien während Training und Wettkampf.

Bis aus einem Schluck Sportdrink tatsächlich nutzbare Energie für die arbeitende Muskulatur wird, muss jedoch eine ganze Kette an Prozessen funktionieren:

Magenentleerung
Transport durch den Darm
Aufnahme über die Darmwand
Weiterleitung über den Blutkreislauf
teilweise Verarbeitung in der Leber
Aufnahme in die Muskelzelle
anschließende Oxidation in den Mitochondrien
Jeder dieser Schritte kann zum limitierenden Faktor werden.

Das erklärt auch, warum manche Athleten problemlos sehr hohe Kohlenhydratmengen tolerieren und nutzen können, während andere bereits bei deutlich geringeren Mengen Magen-Darm-Probleme entwickeln.

Mehr Kohlenhydrate bedeuten nicht automatisch mehr Leistung

Die moderne Sporternährung hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Während Kohlenhydrate früher teilweise fast als problematisch angesehen wurden, setzen viele Athleten heute bewusst auf hohe Zufuhrmengen von 80, 90 oder sogar über 100 Gramm pro Stunde.

Das Problem: Die Aufnahmeempfehlungen orientieren sich häufig an allgemeinen Richtwerten und nicht an der individuellen Verwertungskapazität.

Genau hier zeigen neuere Untersuchungen enorme Unterschiede zwischen einzelnen Athleten. Zwei Sportler können exakt dieselbe Menge konsumieren, beispielsweise 90 g/h, und dennoch völlig unterschiedliche Mengen tatsächlich oxidieren.

Während ein Athlet nahezu die gesamte Menge energetisch nutzen kann, verbleibt bei einem anderen ein erheblicher Teil im Verdauungstrakt.

Und genau dort beginnen häufig die Probleme.

Nicht oxidierte Kohlenhydrate erhöhen die osmotische Belastung im Darm, fördern Wasseransammlungen im Verdauungssystem und können Beschwerden wie Übelkeit, Krämpfe, Durchfall oder Erbrechen auslösen, dummerweise oft genau dann, wenn die Belastung im Rennen am höchsten wird.

(Infographik KI-generiert)

Wie funktioniert die ¹³C-Messung?

Für die Untersuchung werden Kohlenhydrate mit dem stabilen Isotop ¹³C markiert und anschließend in einem Sportgetränk oder Gel verabreicht.

Werden diese Kohlenhydrate später oxidiert, entsteht dabei CO₂ mit derselben isotopischen Signatur. Dieses CO₂ wird ausgeatmet und kann über Atemgasproben analysiert werden.

Dadurch lässt sich bestimmen, welcher Anteil der Energieproduktion tatsächlich aus den aufgenommenen Kohlenhydraten stammt und welcher weiterhin aus körpereigenem Glykogen gedeckt wird.

Das Verfahren erlaubt somit erstmals einen direkten Blick darauf, wie effizient ein Athlet externe Kohlenhydrate unter Belastung wirklich verwerten kann.

Die eigentliche Zielgröße: oxidative Effizienz

Entscheidend ist am Ende nicht, wie viele Gramm Kohlenhydrate aufgenommen werden, sondern wie viel davon tatsächlich energetisch genutzt werden kann.

Die sogenannte oxidative Effizienz beschreibt genau dieses Verhältnis.

Hohe Werte sprechen dafür, dass Verdauung, Aufnahme und Oxidation effizient zusammenarbeiten. Aktuell scheint eine Verwertungsrate von etwa 80 bis 90 Prozent der aufgenommenen Kohlenhydrate physiologisch besonders günstig zu sein.

Für die Praxis bedeutet das: Eine individuell abgestimmte Kohlenhydratzufuhr kann nicht nur die Leistungsfähigkeit stabilisieren, sondern gleichzeitig auch das Risiko gastrointestinaler Probleme deutlich reduzieren.

Wir sind uns sehr sicher, dass das nicht das letzte derartige Test-Event gewesen ist und werden unsere Partnerschaft mit ExoAnalytics weiter ausbauen.

Freeze im Triathlon – warum Druck dich blockieren kann

Im Coaching begegnet mir immer wieder dasselbe Muster:
Athleten trainieren über Monate hervorragend. Die Werte passen. Die Form stimmt. Im Training laufen die Einheiten kontrolliert und souverän. Doch sobald der Wettkampf näherkommt, verändert sich etwas. Der Körper fühlt sich plötzlich schwer an. Die Atmung wird flach. Die Bewegungen verlieren ihren Rhythmus. Und obwohl eigentlich genug Fitness vorhanden wäre, entsteht das Gefühl, nicht mehr richtig „an die eigene Leistung heranzukommen“.

Viele beschreiben es als Blockade.
Als inneren Widerstand.
Oder einfach als das Gefühl, „nicht loslassen zu können“.

Genau hier beginnt das, was man im Sport häufig als Freeze bezeichnet.

(Bild KI-generiert)

Interessant ist dabei: Freeze bedeutet nicht, dass ein Athlet mental schwach ist oder zu wenig will. Meistens ist sogar das Gegenteil der Fall. Gerade ambitionierte Athleten sind häufig besonders betroffen, weil ihnen Leistung wichtig ist. Sie analysieren viel, übernehmen Verantwortung, wollen Kontrolle behalten und Fehler vermeiden. Genau diese Eigenschaften helfen im Training oft enorm – können im Wettkampf aber zum Problem werden.

Das Nervensystem unterscheidet nämlich nicht sauber zwischen körperlicher und emotionaler Bedrohung. Wenn der Druck groß wird – Erwartungen, Bedeutung des Rennens, Angst vor Fehlern oder Kontrollverlust – schaltet das System auf Schutzmodus. Der Körper aktiviert sich maximal, versucht gleichzeitig aber auch Kontrolle aufrechtzuerhalten. Vereinfacht gesagt: Das System drückt gleichzeitig aufs Gas und auf die Bremse.

Das Ergebnis sehen wir häufig im Wettkampf:
Die Beine funktionieren nicht mehr frei. Die Atmung fühlt sich eingeschränkt an. Bewegungen werden hart und mechanisch. Der Kopf wird laut. Statt automatisch zu handeln, versucht der Athlet plötzlich jede Bewegung bewusst zu kontrollieren.

Genau dadurch geht oft das verloren, was Spitzenleistung eigentlich ausmacht:
Rhythmus, Timing, Vertrauen und Bewegungsfreiheit.

Besonders im Triathlon ist Freeze extrem häufig. Vor allem im Schwimmen sieht man diesen Mechanismus immer wieder. Massenstarts, Körperkontakt, kaltes Wasser, eingeschränkte Orientierung und hohe emotionale Aktivierung erzeugen schnell das Gefühl von Kontrollverlust. Viele Athleten berichten dann von Engegefühl im Brustkorb, flacher Atmung oder sogar panikartigen Reaktionen. Das Problem ist dabei selten mangelnde Fitness. Viel häufiger reagiert das Nervensystem schlicht auf eine Situation, die als „unsicher“ bewertet wird.

Und genau hier machen viele Athleten unbewusst den nächsten Fehler:
Sie versuchen, das Problem mit noch mehr Kontrolle zu lösen.

Noch mehr Fokus.
Noch mehr Druck.
Noch mehr „Zusammenreißen“.

Doch je stärker man versucht, absolute Kontrolle zu erzwingen, desto stärker signalisiert man dem Nervensystem gleichzeitig, dass die Situation gefährlich sein muss. Die Spannung steigt weiter. Der Körper macht noch mehr „zu“.

Der Ausweg liegt deshalb meist nicht in mehr Motivation, sondern in mehr Sicherheit.

Leistung entsteht nicht durch permanente Kontrolle. Leistung entsteht, wenn der Körper auf Automatismen zurückgreifen darf. Wenn Bewegung wieder fließen kann. Wenn Spannung flexibel reguliert wird statt dauerhaft maximal hoch zu bleiben.

Deshalb arbeite ich im Coaching nicht nur an physiologischer Leistungsfähigkeit, sondern auch daran, wie Athleten mit Aktivierung, Unsicherheit und Druck umgehen. Das betrifft Atmung, Körperwahrnehmung, Fokussteuerung und vor allem die Fähigkeit, in intensiven Situationen nicht gegen den eigenen Zustand anzukämpfen.

Ein spannender Ansatz kann dabei auch Hypnose sein. Gerade bei Freeze-Reaktionen geht es häufig nicht um fehlende Motivation oder mangelnde mentale Härte, sondern um tief verankerte Schutzmuster des Nervensystems. Hypnose kann helfen, genau auf dieser Ebene zu arbeiten. Nicht im Sinne von „Kontrolle verlieren“, sondern eher im Gegenteil: Viele Athleten erleben erstmals wieder das Gefühl von Sicherheit, Ruhe und Vertrauen unter Druck.

Besonders bei Themen wie Panik im Wasser, Atemenge, Wettkampfangst oder dem Gefühl, in entscheidenden Momenten zu „blockieren“, kann Hypnose dabei unterstützen, automatische Stressreaktionen neu zu verknüpfen. Ziel ist nicht, Angst komplett zu löschen – sondern dem Nervensystem zu zeigen, dass hohe Aktivierung nicht automatisch Gefahr bedeutet.

Denn viele Freeze-Muster entstehen nicht rational. Deshalb lassen sie sich oft auch nicht allein rational lösen.

Das Nervensystem lernt vor allem über Erfahrung, Emotion und Körperzustände. Genau dort setzt Hypnose an.

Viele Athleten berichten nach solchen Prozessen nicht davon, plötzlich „mental härter“ geworden zu sein. Sondern vielmehr davon, sich freier zu fühlen. Ruhiger. Weniger kontrollierend. Mehr im Fluss.

Und genau das ist häufig der entscheidende Unterschied zwischen Fitness und tatsächlicher Wettkampfperformance.

Denn viele Athleten interpretieren Freeze falsch.
Sie denken:

„Ich bin nicht bereit.“

In Wirklichkeit bedeutet Freeze häufig eher:

„Mein Nervensystem versucht gerade, mich zu schützen.“

Das Problem ist nur:
Der Schutzmechanismus blockiert genau die Freiheit, die für hohe Leistung notwendig wäre.

Deshalb geht es langfristig nicht darum, Angst komplett zu eliminieren oder immer maximal entspannt zu sein. Wettkämpfe werden immer emotional bleiben. Entscheidend ist vielmehr, handlungsfähig zu bleiben, obwohl Druck vorhanden ist.

Nicht perfekte Kontrolle ist das Ziel.
Sondern Vertrauen trotz Unsicherheit.

Und genau dort beginnt oft echte Performance.

Mentale Gesundheit im Coaching: Der unterschätzte Leistungsfaktor

In den letzten Jahren hat sich die Diskussion rund um mentale Gesundheit im Sport stark auf Athleten konzentriert. Was dabei oft übersehen wird: Coaches bewegen sich im gleichen Hochdrucksystem – oft mit noch mehr Verantwortung.
Eine aktuelle Scoping Review von meinem geschätzten Trainerkollegen (Tomek) Kowalski et al. analysierte 84 Studien mit über 5.500 Elite-Coaches und zeigt ein klares Bild:
Mentale Belastung ist im Coaching kein Randthema – sondern strukturell verankert.

Warum Coaching mental so fordernd ist

Ein Coach ist nicht nur Trainer.
Er ist gleichzeitig:

– Entscheider
– Führungskraft
– Konfliktmanager
– Verantwortlicher für Leistung und Ergebnisse
– Troubleshooter

Diese Kombination führt zu einem konstant hohen Stressniveau.

Typische Belastungen:

– Lange und unvorhersehbare Arbeitszeiten
– Permanente Leistungsbewertung
– Jobunsicherheit
– Hohe emotionale Verantwortung

Das Resultat:
Chronischer Stress, mentale Erschöpfung und Burnout sind keine Ausnahme, sondern häufig.

Das zentrale Modell: Anforderungen vs. Ressourcen

Das Paper zeigt ein klares Muster:
Mentale Gesundheit entsteht aus der Balance zwischen:

Belastung (Job Demands)
Ressourcen (Support & Fähigkeiten)

Wenn die Anforderungen dauerhaft höher sind als die Ressourcen, steigt das Risiko für mentale Probleme massiv.
Dieses Modell ist deckungsgleich mit dem bekannten Job-Demands-Resources-Modell (JD-R), das auch im Hochleistungssport Anwendung findet.

Die wichtigsten Risikofaktoren

Die Forschung zeigt klare Muster:

– Dauerhafte Überlastung
– Fehlende Erholung
– Perfektionismus
– Identifikation ausschließlich über Leistung
– Fehlende organisatorische Unterstützung

Besonders kritisch:
Viele Coaches versuchen, Probleme alleine zu lösen – ein Faktor, der Stress und Isolation verstärkt. Problem hierbei ist jedoch, dass es ab einem gewissen Leistungsniveau immer weniger andere Coaches gibt, mit denen man sich auf Augenhöhe austauschen kann.

Die wichtigsten Schutzfaktoren

Genauso klar sind die Dinge, die funktionieren:
Soziale Unterstützung

– Familie (für mich der ultimative Gegenpol, weil ich dabei nicht als Coach gesehen und bewertet werde)
– Kollegen (wie bereits oben angemerkt, ist die Anzahl potenzieller Austauschpartner evtl. begrenzt)
– Mentoren (sehr hilfreich, auch aus komplett anderen Lebensbereichen)

2. Organisationale Strukturen

– Klare Rollen
– Gute Kommunikation
– Zugang zu Support-Systemen

3. Individuelle Fähigkeiten

– Selbstreflexion
– emotionale Regulation
– mentale Strategien

4. Lifestyle

– Schlaf (für mich weniger die absolute Schlafdauer entscheidend, sondern fixe Einschlaf-und Aufwachzeiten)
– Bewegung (Radtraining ist für mich Therapie)
– bewusste Erholung (ohne Sportkontext, am besten im Kreise der Familie)

Das größte Problem: Kein Off-Switch

Ein wiederkehrendes Thema in nahezu allen Studien ist die fehlende Trennung zwischen Arbeit und Privatleben.
Reisen, Wettkämpfe und Verantwortung führen dazu, dass viele Coaches nie wirklich abschalten. Wenn man am Wochenende permanent am Ironman Tracker hängt, erfordert das viel Verständnis aus dem familiären Umfeld.

Langfristig führt das zu:

– schlechter Regeneration
– mentaler Erschöpfung
– sinkender Leistungsfähigkeit

Warum das für den Leistungssport entscheidend ist

– Ein überlasteter Coach trifft schlechtere Entscheidungen.
– Er kommuniziert schlechter.
– Und er verliert langfristig die Fähigkeit, Athleten optimal zu entwickeln.

Mentale Gesundheit ist kein “Soft Factor” – sie ist ein Performance-Faktor.

Was wir daraus lernen müssen

Die Verantwortung liegt nicht nur beim Coach selbst.
Organisationen müssen:

– bessere Strukturen schaffen
– mentale Gesundheit aktiv fördern
– Coaches genauso unterstützen wie Athleten

Gleichzeitig müssen Coaches lernen:

– Grenzen zu setzen ( Telefon ausschalten, Auszeiten an Sportler klar kommunizieren und “hart” bleiben, sich diese Auszeiten nicht nehmen lassen)
– Hilfe anzunehmen (Dialog ist King!!)
– bewusst zu regenerieren

Fazit

High Performance funktioniert nur nachhaltig, wenn auch die Menschen hinter der Leistung geschützt werden.

Nicht nur Athleten brauchen ein System.
Auch Coaches brauchen eines. Daher auch mein Appell an alle SportlerInnen. Respektiert die notwendigen Auszeiten der Coaches, denn nur so ist ein dauerhaft erfolgreiches Tandem möglich.

Quellen
Kowalski T. et al. (2025). Risk and protective factors in the mental health of elite sports coaches: a scoping review.
Bakker & Demerouti (2017). Job Demands-Resources Theory
Reardon et al. (2019). Mental health in elite athletes – IOC consensus statement
Bentzen et al. (2016). Burnout in high-performance coaches









Risk and protective factors in the mental health of elite sports coaches: a scoping review

Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit

Im Triathlon wird Technik häufig wie ein Idealbild behandelt. Der perfekte Armzug im Wasser, der ökonomische Laufstil oder die runde Trittbewegung auf dem Rad gelten als Zielgrößen, an denen sich Athleten orientieren. Oft wird sich dabei an den Spezialisten der einzelnen Disziplin orientiert und vergessen, dass Triathlon eher eine Kompromiss-Sportart darstellt.

Dieses Bild der optimalen Bewegung entsteht jedoch fast immer unter frischen Bedingungen: nach dem Einschwimmen im Becken, beim Lauf-ABC vor der Einheit oder bei kontrollierten Intervallen auf dem Rad. Genau hier liegt das Problem. Denn der Wettkampf findet nicht in diesem Zustand statt. Er beginnt vielleicht kontrolliert, entwickelt sich aber schnell zu einem Szenario, in dem Ermüdung, Stress und Dynamik die Bewegung dominieren. Entscheidend ist deshalb nicht, wie gut Technik aussieht, solange man frisch ist, sondern wie viel davon übrig bleibt, wenn der Körper an seine Grenzen kommt, also die Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit.

Was im Wettkampf wirklich zählt, ist nicht die Ästhetik einer Bewegung, sondern ihre Ökonomie. Eine ökonomische Bewegung ermöglicht es, mit möglichst geringem Energieaufwand eine bestimmte Geschwindigkeit zu halten. Sie reduziert unnötige muskuläre Belastung und bleibt auch dann stabil, wenn die Ermüdung zunimmt. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist ein Unterschied, ob ein Athlet bei Kilometer fünf eines Laufes technisch sauber wirkt oder ob er bei Kilometer 35 im Ironman immer noch effizient vorwärts kommt. Technik ist kein Selbstzweck, sondern nur dann wertvoll, wenn sie Energie spart und unter Belastung stabil bleibt.

Unter Ermüdung verändern sich Bewegungen zwangsläufig. Die Koordination nimmt ab, muskuläre Spannung geht verloren, Bewegungsumfänge verschieben sich und Kompensationen treten auf. Komplexe und fein abgestimmte Bewegungsmuster sind dabei besonders anfällig. Sie funktionieren gut, solange das System stabil ist, brechen aber schnell zusammen, wenn diese Stabilität verloren geht. Was übrig bleibt, sind einfache, robuste Muster. Genau diese sind im Wettkampf entscheidend.

An dieser Stelle wird es unbequem, denn ein Großteil des klassischen Techniktrainings im Triathlon verfehlt genau diesen Punkt. Typische Einheiten wie achtmal fünfzig Meter Technikdrills im Schwimmen oder zehn Minuten Lauf-ABC vor dem Lauf suggerieren, dass gezielt an der Bewegung gearbeitet wird. Tatsächlich sind diese Reize in den meisten Fällen zu kurz, zu isoliert und zu weit entfernt von der Wettkampfrealität, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Motorisches Lernen ist kein kurzfristiger Prozess. Es erfordert eine hohe Anzahl an Wiederholungen, die unter relevanten Bedingungen stattfinden. Genau das fehlt hier. Ein paar Minuten isolierter Technikarbeit reichen nicht aus, um Bewegungsmuster so zu verändern, dass sie unter Belastung stabil bleiben.

Hinzu kommt, dass der Transfer dieser Übungen in die eigentliche Zielsportart massiv überschätzt wird. Die Annahme, dass eine isoliert sauber ausgeführte Bewegung sich automatisch in die Gesamtbewegung überträgt, hält sich hartnäckig, ist aber in der Praxis selten zutreffend. Ein sauber geschwommenes Sculling hat nur begrenzte Aussagekraft für den Armzug im offenen Wasser, im Neoprenanzug und im direkten Kontakt mit anderen Athleten. Ebenso wenig garantiert perfektes Lauf-ABC einen stabilen Laufstil nach mehreren Stunden Belastung. Der Kontext verändert das System vollständig. Intensität, muskuläre Spannung, koordinative Anforderungen und Ermüdung wirken gleichzeitig auf die Bewegung ein. Wer Technik nur in einem isolierten, kontrollierten Setting trainiert, trainiert letztlich ein anderes Problem als das, das im Wettkampf auftritt.

Das wird besonders deutlich, wenn man sich anschaut, wann Technik im Training tatsächlich stattfindet. In der Regel geschieht sie in einem frischen Zustand, bei niedriger Intensität und unter maximaler Kontrolle. Der Wettkampf hingegen ist geprägt von Ermüdung, Dynamik und Kontrollverlust. Die logische Konsequenz ist, dass genau die Technik, die im Training vermeintlich erlernt wurde, im entscheidenden Moment nicht mehr abrufbar ist. Was bleibt, ist nicht das, was man isoliert geübt hat, sondern das, was unter Belastung stabil genug ist, um bestehen zu können.

Ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird, ist die Verwechslung von Gefühl und tatsächlicher Fähigkeit. Viele Athleten berichten nach Techniksets von einem besseren Wassergefühl oder einem lockereren Laufstil. Dieses subjektive Empfinden wird oft als Fortschritt interpretiert. Tatsächlich handelt es sich jedoch häufig um einen kurzfristigen Effekt ohne nachhaltige strukturelle Veränderung. Ein verbessertes Gefühl über wenige Minuten bedeutet nicht, dass sich ein Bewegungsmuster dauerhaft verändert hat. Ohne Wiederholung unter Belastung bleibt es genau das: ein Gefühl.

Das bedeutet nicht, dass Swim Drills oder Lauf-ABC grundsätzlich wertlos sind. Sie können sinnvoll sein, um Bewegungsvarianten kennenzulernen, das Körpergefühl zu schulen oder bestimmte Aspekte der Koordination anzusprechen. Problematisch wird es jedoch, wenn sie als zentrale Maßnahme zur Technikverbesserung betrachtet werden, ohne dass ihre Integration in die eigentliche Zielbewegung erfolgt. In der typischen Umsetzung im Triathlon sind sie oft mehr Beschäftigung als echte Intervention, also zeitlich gesehen eigentlich für die viel zitierte Katz’.

Die Konsequenz daraus ist klar. Technik muss dort trainiert werden, wo sie bestehen soll: unter Belastung. Das bedeutet, dass technische Schwerpunkte nicht isoliert, sondern in längere, wettkampfnähere Belastungen integriert werden müssen. Im Schwimmen kann das bedeuten, innerhalb längerer Serien bewusst an bestimmten Aspekten des Armzugs zu arbeiten. Im Laufen heißt es, Technik auch dann zu kontrollieren, wenn die Vorermüdung vorhanden ist, etwa nach dem Radfahren oder im letzten Drittel einer Einheit. Entscheidend ist, dass die Bewegung in dem Kontext stabilisiert wird, in dem sie später funktionieren muss.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Komplexität von Technik zu hinterfragen. Nicht die technisch anspruchsvollste Bewegung ist automatisch die beste, sondern diejenige, die unter realen Bedingungen reproduzierbar bleibt. Eine einfache, robuste Technik, die auch unter Ermüdung funktioniert, ist einer komplexen, aber instabilen Bewegung klar überlegen. Ergänzt werden muss dies durch den Aufbau struktureller Belastbarkeit. Ohne ausreichende muskuläre und passive Stabilität wird jede Technik früher oder später kollabieren, unabhängig davon, wie gut sie unter idealen Bedingungen funktioniert.

Die unbequeme Wahrheit ist, dass ein Großteil der klassischen Technikarbeit im Triathlon gut aussieht, sich gut anfühlt, aber wenig verändert. Entscheidend ist nicht, was ein Athlet isoliert kann, sondern was er unter maximaler Ermüdung noch aufrechterhalten kann. Genau dort trennt sich Training von Wettkampf.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Die beste Technik ist nicht die schönste, sondern diejenige, die übrig bleibt, wenn alles andere auseinander fällt, quasi die Technik, die bleibt, wenn der Körper schreit.

Leistungsdiagnostik im Triathlon- Daten verstehen statt falscher Interpretation

Viele Triathletinnen und Triathleten gehen mit gemischten Gefühlen in einen Leistungstest und haben teilweise richtiggehend Angst davor.

Interessanterweise liegt die Herausforderung selten in der körperlichen oder auch mentalen Belastung einer solchen Überprüfung selbst, sondern in der Frage:

Was bedeuten diese Zahlen am Ende eigentlich für mich?

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Eine Leistungsdiagnostik bewertet dich NICHT. Sie liefert lediglich Informationen.

Und der Unterschied zwischen beidem bzw. das richtige Verständnis hierzu entscheidet darüber, ob ein Test dir wirklich hilft oder dich durch Fehlinterpretation der Daten eher verunsichert.

Warum Diagnostik überhaupt sinnvoll ist?

Im Ausdauertraining geht es nicht darum, möglichst hart zu trainieren, sondern möglichst zielgerichtet, um ein gutes Wechselspiel zwischen Be- und Entlastung zu gewährleisten und um die notwendigen Reize zu platzieren. Genau dafür braucht es eine Art Orientierung.

Eine Leistungsdiagnostik liefert diese Orientierung, indem sie zeigt, wie dein Körper auf steigende Intensität reagiert, wo sich relevante Übergangsbereiche (Schwellen) befinden und in welchen Bereichen Training besonders effektiv ist

Typische Messgrößen sind dabei die maximale Sauerstoffaufnahme (Vo2max) als grober Leistungsrahmen, die Übergänge zwischen lockerem, moderatem und intensivem Bereich und die Herzfrequenz-, Leistungs- und Stoffwechselreaktionen

Diese Daten helfen, das Training in eine gewisse Struktur zu bringen.

Sie sagen jedoch aber noch nichts darüber aus, wie gut du einen Wettkampf bewältigst, denn Training und Wettkampf sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Das Grundproblem klassischer Tests

Die Tatsache, dass Leistungsdiagnostiken sehr fehleranfällig und multifaktoriell beeinflussbar (Test-Equipment, Raumtemperatur, KH- und Hydrationsstatus etc.) sind, stellt ein immenses Risiko der Fehlinterpretation dar. Gerade die Messgenauigkeit mancher Powermeter hat eher was von einem Schätzeisen als von einem wirklichen Messen. Zudem folgen die meisten Tests einem klaren Prinzip, die Belastung wird stufenweise erhöht, bis eine maximale oder nahezu maximale Intensität erreicht ist.

Das funktioniert gut, um physiologische Reaktionen sichtbar zu machen, bringt aber auch ein ganz entscheidende Einschränkung mit sich, denn Langdistanz-Triathlon läuft nach völlig anderen Kriterien ab. Im Ironman geht es nicht darum, immer schneller zu werden.

Es wird viel mehr die Fähigkeit, eine konstante und möglichst hohe Leistung so lange als möglich aufrechtzuerhalten, quasi dem ermüdungsbedingten körperlichen Verfall entgegenzuwirken.

Ein kurzer Test im Labor kann diese Fähigkeit nur sehr begrenzt abbilden.

Was Tests zeigen und was nicht

Leistungsdiagnostik ist hervorragend darin, Grenzen sichtbar zu machen:

Wo wird Belastung spürbar intensiver?
Wann verändern sich Atmung und Stoffwechsel?
Wie reagiert das Herz-Kreislauf-System?
Was sie hingegen kaum erfassen kann:

wie stabil deine Leistung über mehrere Stunden bleibt
wie effizient dein Energiestoffwechsel bei moderater Intensität arbeitet
wie gut du mit Verpflegung unter Belastung zurechtkommst
wie konstant du dein Tempo steuern kannst
Das erklärt auch, warum starke Testergebnisse nicht automatisch zu starken Wettkämpfen führen! Die Erfahrung hat gezeigt, dass Athleten mit extremen Vorschusslorbeeren in Form überragender Laborergebnisse im Wettkampf weit hinter ihren vermeintlichen Fähigkeiten geblieben sind. Aber auch gegenteilig kann man beobachten, dass Athleten mit mediokren Laborergebnissen sehr starke WK-Leistungen liefern.

Die entscheidende Fähigkeit im Triathlon

Gerade auf der Langdistanz liegt die relevante Intensität deutlich unterhalb dessen, was in Tests als „Limit“ ermittelt wird.

Erfolgreiche Athleten zeichnen sich nicht dadurch aus, wie hoch ihre Maximalwerte sind,

sondern dadurch, wie gut sie darunter arbeiten können.

Das umfasst unter anderem:

optimale Bewegungsausführung > Bewegungsökonomie
stabile Energieversorgung über Stunden > Training the gut/ funktionierende KH-Strategie
effiziente Nutzung verschiedener Energiequellen > Fettstoffwechsel optimiert + KH-Aufnahme
geringe muskuläre Ermüdung bei moderatem Tempo > Setzen WK-spezifischer Reize im Training
Mit anderen Worten:

Nicht die Spitze entscheidet, sondern die Stabilität und Robustheit im spezifischen Wettkampftempo

Ernährung als unterschätzter Leistungsfaktor

Ein Bereich, der in klassischen Tests kaum berücksichtigt wird, ist die Energiezufuhr während der Belastung.

Gerade im modernen Triathlon spielt sie eine zentrale Rolle:

Hohe Kohlenhydratzufuhr ( bitte keine 180g/h) kann die Leistungsfähigkeit deutlich stabilisieren
Energiemangel wird hinausgezögert, ein „Bonking“ kann somit vermieden werden
die wahrgenommene subjektive Belastung bleibt länger kontrollierbar, alles fühlt sich stabiler an, das Vertrauen in die eigene Stärke bleibt länger vorhanden
Das bedeutet: Zwei Athleten mit identischen physiologischen Voraussetzungen können im Wettkampf völlig unterschiedlich performen, abhängig davon, wie gut sie ihre Energieversorgung im Griff und im Vorfeld entsprechend einstudiert haben.

Warum Maximalwerte oft überschätzt werden

Kennzahlen wie VO₂max oder Schwellenleistungen werden häufig als zentrale Leistungsindikatoren betrachtet.

In Wirklichkeit beschreiben sie vor allem eines: dein Potenzial.

Ob du dieses Potenzial im Wettkampf nutzen kannst, hängt jedoch von ganz anderen Faktoren ab:

Effizienz
Belastungsverträglichkeit
metabolische Anpassungen
Pacing/ Taktik/ Renncleverness
Das ist vergleichbar mit einem Motor:

Die maximale Leistung sagt wenig darüber aus, wie effizient er über lange Strecken arbeitet.

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

In der Theorie lassen sich Trainingsbereiche klar definieren.

In der Praxis entscheidet jedoch, wie gut du diese Bereiche im Alltag umsetzen kannst.

Das betrifft vor allem die Fähigkeit, das richtige Tempo zu treffen, die Stabilität unter Ermüdung, die Anpassung an äußere Bedingungen und schlussendlich auch die Konsequenz im Training

Deshalb ist es möglich, dass Athleten mit „durchschnittlichen“ Testergebnissen sehr erfolgreich sind, während andere trotz starker Werte hinter ihren Möglichkeiten bleiben.

Was wirklich entwickelt werden muss

Für nachhaltige Leistungsfähigkeit im Triathlon sind vor allem drei Dinge entscheidend:

1.Grundlage, Grundlage, Grundlage
2.optimierte Bewegungsausführung und daraus resultierende Ökonomie
3.Resilienz, Robustheit, Stamina, sowohl körperlich als auch mental
Eine Diagnostik kann helfen, diese Bereiche gezielt zu adressieren, aber sie ersetzt den eigentlichenTrainingsprozess auf keinen Fall

Fazit: Zahlen sind nur der Anfang

Leistungsdiagnostik ist ein hilfreiches Instrument, nicht mehr und nicht weniger. Ein zu nutzendes Tool, was aber definitiv kein absolutes Must have für alle Sportler darstellt.

Die Diagnostik kann eine gewisse Ordnung, Orientierung und Struktur bedeuten, lässt aber eine zentrale Frage offen, nämlich ob die diese Leistung auch in Rennstunde 5 immer noch abrufen kannst

Genau diese Informationen entstehen nicht im Testlabor, sondern im Training, im tagtäglichen Tracken der Files und der Kommunikation mit dem Coach

Und schlussendlich steht im Ziel eines Wettkampfs kein Spiroergometer, der wunderbar die Vo2max messen kann.

Das Einzige, was zählt, findet immer noch auf dem Platz statt.

Mentale Stärke im Triathlon – Wie Hypnose die Leistung gezielt verbessern kann

Triathlon gehört zu den anspruchsvollsten Sportarten der Welt – körperlich wie mental. Neben Ausdauer, Technik und Disziplin entscheidet vor allem die mentale Stärke über Erfolg oder Misserfolg. Genau hier setzt die Sporthypnose an: Sie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, um mentale Ressourcen gezielt zu aktivieren und die Leistungsfähigkeit im Training wie im Wettkampf zu steigern.

Dabei hat sie nichts mit Show- oder Bühnenhypnose zu tun. Sporthypnose ist keine Form der Fremdsteuerung, sondern ein Werkzeug der Selbstregulation. Sie hilft Athletinnen und Athleten, den Geist zu fokussieren, Stress zu regulieren und mentale Energie effizient einzusetzen.

Wie Hypnose im Triathlon wirkt

Hypnose versetzt den Geist in einen Zustand tiefer Entspannung bei gleichzeitig fokussierter Aufmerksamkeit. In diesem mentalen Zustand wird das Unterbewusstsein besonders empfänglich für positive Suggestionen – etwa zur Leistungssteigerung, Motivation oder Angstkontrolle.

Triathletinnen und Triathleten können durch Hypnose lernen,
• mentale Blockaden zu lösen,
• Wettkampfangst und Nervosität abzubauen,
• Konzentration und Ausdauer über lange Distanzen zu stabilisieren, und
• den sogenannten Flow-Zustand gezielt herbeizuführen.

Gerade in kritischen Phasen – etwa bei langen Radabschnitten oder beim Übergang zum Lauf – kann dieser mentale Fokus entscheidend sein.

Typische Einsatzbereiche der Sporthypnose im Triathlon
• Wettkampfvorbereitung: Mentales Training, Visualisierung des Rennverlaufs, Aufbau von Selbstvertrauen.
• Regeneration: Förderung mentaler und körperlicher Erholung nach harten Einheiten oder Verletzungen.
• Umgang mit Druck: Lösen von Leistungsblockaden, Bewältigung von Versagensängsten.
• Techniktraining: Verinnerlichung korrekter Bewegungsabläufe durch mentale Simulation.

Fazit

Triathletinnen und Triathleten investieren unzählige Stunden in Training, Ernährung und Technik. Doch der entscheidende Erfolgsfaktor liegt oft im Kopf. Sporthypnose bietet die Möglichkeit, diesen mentalen Bereich gezielt zu trainieren: Sie stärkt Fokus, Ruhe und Selbstvertrauen – vom Start bis zur Ziellinie.

Wer Hypnose professionell einsetzt, nutzt ein modernes, seriöses Werkzeug zur Steigerung mentaler Stärke – und verschafft sich damit einen echten Wettbewerbsvorteil.

Literaturauswahl:
1. Jensen, M. P. et al. (2022). The Application of Hypnosis in Sports. Frontiers in Psychology. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8820393/

2. Mey, L. et al. (2024). Increasing handgrip strength via post-hypnotic suggestions. Scientific Reports (Nature). https://www.nature.com/articles/s41598-024-73117-0

3. Pates, J., & Cowen, A. (2013). The Effect of a Hypnosis Intervention on Performance and Flow State of an Elite Golfer. International Journal of Golf Science.

4. Gruzelier, J. H. (2024). Starting in your mental pole position: hypnosis helps elite downhill athletes. Frontiers in Psychology. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11150814/

Feingefühl statt Kraft: Wahrnehmungshandschuhe (HÄNN) im Schwimmtraining für Triathleten

Wie ein unscheinbares Paar Netzhandschuhe das Wassergefühl revolutionieren kann und darüber hinaus noch einen weiteren genialen Einsatzzweck im Triathlon findet

Ein neuer Ansatz im Techniktraining

Effizientes Schwimmen im Triathlon ist kein Kraftakt, sondern ein Spiel aus Gefühl, Timing und Ökonomie.

Neben klassischen Hilfsmitteln wie Paddles oder Pullbuoys gibt es noch ein weiteres Tool zur Verbesserung des Schwimmens:

 Wahrnehmungshandschuhe (engl. Sensory Mitts) aka HÄNN

Diese feinmaschigen Netzhandschuhe fördern das sensorische Gespür für das Wasser und helfen Triathleten, ihre Zugtechnik zu verfeinern – für mehr Effizienz bei weniger Kraftaufwand.

Was sind Wahrnehmungshandschuhe?

Wahrnehmungshandschuhe bestehen aus einem leichten, durchlässigen Netzgewebe. Anders als Schwimmpaddles, die durch eine vergrößerte Handfläche den Widerstand erhöhen, lassen diese Handschuhe das Wasser hindurchfließen.

Ziel ist nicht, den Arm zu kräftigen, sondern die Wahrnehmung zu schärfen – das berühmte Feel for the Water.

Da sie den Widerstand verringern statt verstärken, kann man diese auch als „Anti-oder Negativ-Paddles“ bezeichnen.

Das Prinzip: Wahrnehmung statt Widerstand

Das feine Netzmaterial verändert die Reize, die an die Rezeptoren der Handflächen und Finger weitergegeben werden.

Beim Durchziehen spürt der Schwimmer kleinste Druckunterschiede und Strömungen intensiver. Das Nervensystem lernt, diese Signale präziser zu deuten und entsprechend die Handstellung und den Anstellwinkel zu optimieren.

Ergebnis:

Mehr Kontrolle über den Druckverlauf – weniger Energieverlust im Zug.

Wahrnehmungshandschuhe trainieren also nicht die Muskelkraft, sondern die sensorische Präzision.

Vergleich: Wahrnehmungshandschuhe vs. Faustschwimmen

Das Training mit Wahrnehmungshandschuhen erinnert an das klassische Faustschwimmen, bei dem die Handinnenfläche „ausgeschaltet“ wird.

Der Unterschied: Die Handschuhe erlauben eine natürliche Handhaltung, während gleichzeitig der Wasserfluss verändert wird.

So entsteht ein permanenter, subtiler Reiz, der das Wassergefühl verfeinert, ohne die Bewegungsmechanik zu verändern.

Ein realistisches, aber bewusstes Schwimmen – ideal für Triathleten, die Technik mit Wettkampfrelevanz trainieren wollen.

Praxis: So setzt man Wahrnehmungshandschuhe gezielt ein

1. Technikfokussiertes Grundlagentraining

Ziel: Wassergefühl und Druckverlauf verbessern.

6×100m (P 0:20) mit Wahrnehmungshandschuhen bei moderatem Tempo

Fokus: ruhiger, langer Zug, gleichmäßiger Druck über Hand und Unterarm

Danach 4×50m (P 0:10) ohne Handschuhe, um den Kontrast bewusst wahrzunehmen

Trainingseffekt: Der Wechsel sensibilisiert das Nervensystem und schult einen gleichmäßigen, effizienten Zug.

2. Einschwimmen vor Technik- oder Krafteinheiten

Ziel: Wassergefühl aktivieren, Bewegungskoordination vorbereiten.

400 m lockeres Einschwimmen

4×50m (P 0:20) mit Wahrnehmungshandschuhen, Fokus auf hohen Ellbogen/ Anstellen des Unterarms

4×25m Steigerungen ohne Handschuhe

Trainingseffekt: Nach dem Abnehmen fühlen sich die Hände im Wasser „griffiger“ an – der Körper ist sofort auf präzises Schwimmen eingestellt.

3. Kombi-Set: Kraft trifft Gefühl

Ziel: Verbindung von Krafttraining und Sensibilität.

3 Serien:

100m mit Paddles/Pullbuoy → Kraft & Druck

100m mit Wahrnehmungshandschuhen → Feingefühl & Technik

100m ohne Hilfsmittel → Integration

Pause nach 100m je 0:20

Trainingseffekt: Der Wechsel zwischen Kraft- und Wahrnehmungsreizen verbessert das Bewusstsein für effizienten Krafteinsatz.

4. Freiwassertraining

Ziel: Wassergefühl unter realen Bedingungen stabilisieren.

3–4×200m mit Wahrnehmungshandschuhen im ruhigen Wasser mit Fokus gleichmäßiger Zug trotz wechselnder Strömungen

Danach 3×100m ohne Handschuhe

Trainingseffekt:

Das Training schult die Fähigkeit, das Wasser zu „lesen“ – also die feinen Veränderungen in Strömung, Temperatur und Dichte wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Ein erfahrener Schwimmer spürt so, wenn das Wasser an einer Stelle stärker „zieht“, sich leichter oder dichter anfühlt, und passt automatisch den Anstellwinkel und die Zugrichtung an.

Gerade im Freiwasser, wo Strömungen, Wellen und andere Schwimmer das Wasser ständig verändern, wird diese Fähigkeit entscheidend für Rhythmus, Effizienz und Orientierung.

5. Regeneration und Technikbewusstsein

Ziel: Aktive Erholung und saubere Bewegungen nach intensiven Einheiten.

200–400m locker mit Wahrnehmungshandschuhen, lange Gleitphasen

100m ohne Handschuhe zum Abschluss

Trainingseffekt: Unterstützt koordinative Erholung und die Verinnerlichung effizienter Bewegungsmuster.

Fazit

Wahrnehmungshandschuhe sind mehr als ein Gimmick oder ein weiteres unnützes Tool im oftmals reich gefüllten Netzsack von Triathleten. Sie sind ein sensomotorisches Trainingsinstrument, das die Schnittstelle zwischen Technik, Gefühl und Effizienz stärkt.

Regelmäßig eingesetzt, verbessern sie das Wassergefühl, die Bewegungspräzision und die Gesamtökonomie des Schwimmens.

Für Triathleten bedeutet das: gleiche Geschwindigkeit bei weniger Kraftaufwand – und mehr Reserven für Rad und Lauf.

Weiterführende Quellen:

The Proprioceptive Senses: Their Roles in Signaling Body Position, Movement, etc. (Proske, 2012)

Effects of proprioceptive training on sports performance (Yılmaz et al., 2024)

Manual Dexterity in Open-Water Wetsuited Swimmers (Morton et al., 2024)

The effect of finger spreading on drag of the hand in human swimming (van Houwelingen et al., 2016)

Proprioceptive State Estimation for Amphibious Tactile Sensing (Guo et al., 2023)

Willy Hirsch, PTO Top 20 und Pos.7 im Schwimmen in 2025 beim ersten Einsatz mit den HÄNN.

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Pacer vs. Racer- zwei unterschiedliche Typen auf dem Weg zur Langdistanz

Ich habe in meinem 2020 erschienenen Buch “Erfolg auf der Langdistanz” bereits unterschiedliche Athletentypen charakterisiert. Ergänzend hierzu würde ich gerne gezielt auf 2 weitere Typen in der Situation eines Wettkampfs eingehen.

Der Ironman ist mehr als ein Triathlon. Er ist eine Reise – körperlich, mental und emotional. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, ein Marathon zum Abschluss. Wer sich dieser Distanz stellt, tut das mit einem Plan. Doch wie dieser Plan gelebt wird, unterscheidet AthletInnen grundlegend. Zwei Archetypen begegnet man dabei immer wieder: dem Pacer, der sich strikt an Zahlen und Vorgaben hält, und dem Racer, der nach Gefühl, Mut und innerem Feuer agiert.

Beide können ins Ziel kommen. Aber der Weg dorthin fühlt sich völlig unterschiedlich an.

Der Pacer – Meister der Kontrolle

Der Pacer liebt Struktur. Seine Uhr ist seine Bibel. Herzfrequenz, Pace, Watt, Kadenz, Körperkerntemperatur – alles ist definiert, alles ist geplant. Wochen, manchmal Monate vor dem Rennen wurden Trainingsdaten analysiert, Zonen festgelegt, Szenarien durchgerechnet.

Seine Stärken

• Konstanz: Der Pacer läuft nicht zu schnell an. Er weiß, dass im Ironman Geduld belohnt wird

• Energieeffizienz: Durch präzise Steuerung vermeidet er Überpacen und den gefürchteten Mann mit dem Hammer.

• Planbarkeit: Ernährung, Tempo, Belastung – alles folgt einer Logik.

Seine Gefahr

Der Pacer kann zum Sklaven seiner eigenen Uhr werden.

Wenn der Körper sich gut anfühlt, aber die Uhr „Stopp!“ sagt, wird gebremst. Wenn der Kopf sagt „Heute geht mehr“, bleibt er vorsichtig. Und manchmal – gerade an schwierigen Tagen – verliert er das Vertrauen in sich selbst, weil die Zahlen nicht passen.

Der Pacer läuft nach Plan, NICHT nach Gefühl.

Der Racer – Wettkämpfer mit Herz

Der Racer kennt seine Daten, aber er lässt sich nicht von ihnen dominieren. Er hört auf seinen Atem, seine Beine, seinen Willen. Er spürt, wann es Zeit ist zu pushen – und wann es klüger ist, loszulassen.

Seine Stärken

• Intuition: Der Racer erkennt gute Tage – und nutzt sie.

• Mentale Stärke: Wenn es weh tut, wächst er oft über sich hinaus.

• Emotionale Dynamik: Er lebt den Wettkampf, saugt die Stimmung auf, reagiert auf das Handeln seiner Konkurrenten.

Seine Gefahr

Gefühl kann trügen. Euphorie auf dem Rad, zu schnelles Anlaufen beim Marathon, ein ignoriertes Warnsignal – der Racer riskiert ein DNF, wenn er sein Herz nicht mit Erfahrung koppelt und die Zahlen nicht mehr beachtet

Der Racer läuft für das Gefühl, NICHT für Strava und Zeiten

Zwei Philosophien – ein Ziel

Interessant ist: Keiner der beiden Ansätze ist per se besser.

• Der Pacer gewinnt oft gegen sich selbst.

• Der Racer gewinnt oft gegen andere – oder verliert spektakulär.

Viele erfahrene Ironman-Athleten entwickeln mit der Zeit eine Mischform:

Zahlen als Leitplanke, Gefühl als Steuerrad

Sie wissen, wann sie der Uhr folgen müssen – und wann sie sie ignorieren dürfen.

Der wahre Unterschied: Vertrauen

Am Ende ist der Unterschied kein technischer, sondern ein mentaler.

Der Pacer vertraut den Daten. Der Racer vertraut sich selbst.

Beide brauchen Mut. Der eine, um sich zu bremsen. Der andere, um loszulassen.

Und vielleicht ist genau das die Essenz des Ironman:

Nicht herauszufinden, wie schnell man sein kann, sondern wer man ist, wenn es weh tut, die Dinge nicht so wie gewünscht laufen und sich Unwägbarkeiten zeigen. Kurz: dann, wenn die ursprüngliche Definition von sisu gefordert wird, also die Beharrlichkeit in ausweglosen Situationen.

Saisonbilanz 2025

Der Jahreswechsel bedeutet immer wieder, das zurückliegende Jahr zu reflektieren, Fehler, Stellschrauben und Potenziale zu erkennen und diese in ein Konzept für das bevorstehende Jahr zu übertragen. Dazu gehört auch eine Analyse der Wettkämpfe aus 2025, was immer wieder extrem beeindruckend ist, denn nicht nur die schiere Menge, sondern auch die gezeigten Leistungen sprechen Bände.

895 Rennen stehen in 2025 zu Buche. Dabei wurden fast 300 Podiumsplatzierungen und über 100 Gesamt-Stockerl in den unterschiedlichen Sportarten errungen.

Triathlon stellt unsere Kernkompetenz dar, daher schauen wir mal hier etwas mehr ins Detail. Dabei wurden Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Spielarten und Formaten bestritten, unser Fokus liegt jedoch im Bereich der Mittel- und Langdistanz.

Diese Diversität spiegelt sich auch bei der Anzahl der WM-Teilnehmer in den unterschiedlichen Formaten wider.

Bei fast 900 Rennen fällt es schwer, zu obiger Darstellung einige Highlights rauszustellen. Highlights sind nicht immer nur in Titeln und Ergebnislisten messbar, so können diese z.B. auch Comebacks nach Verletzungen sein.

  • Willy Hirsch schafft es, sich über die Vergabe der Wildcards für das T100 Grand Final zu qualifizieren
  • Sebi Neef krönt seine letzte Saison als Profi mit Rang 3. im Gesamtweltcup der Xterra Serie
  • beide Titel der Deutschen Duathlon-Meister der Elite konnten mit Willy Hirsch und Simon Huckestein errungen werden
  • Lisa Gerß wird 4. beim Ironman Les Sables, 5. beim Ironman Kalmar, 11. beim Ironman Cozumel und 8. im Kraichgau
  • Antonia Milowsky wird beim Ironman Les Sables 8. und bei der Challenge Almere 8.
  • Vincent Größer wird 5. beim 70.3 Poznan und knackt die 8 Stunden-Marke mit Platz 9 beim Ironman Chattanooga
  • Martin Schulz wird zum 12. mal Europameister im Paratriathlon, gewinnt das WPTS Rennen in Yokohama und holt Bronze bei der WM
  • Anja Renner wagt einen Ausflug zum Paracycling und qualifiziert sich mit ihrer “Guidin” Antonia Milowsky für die Para-WM Radsport. Zudem wird sie u.a. in Yokohama 2. und gewinnt ebenfalls Bronze bei der Paratriathlon-WM in Wollongong
  • Lars Wichert bleibt in 2025 ungeschlagen in seiner AK. Er gewinnt 70.3 Valencia, Ironman Lanzarote, wird sowohl Weltmeister in Nizza als auch in Marbella
  • Jörg Stehle erreicht nach all den Jahren und unzähligen zweiten und dritten Plätzen den WM-Titel im Duathlon
  • Christian Haupt wird Weltmeister im Duathlon, gewinnt seine AK bei der ITU-Langdistanz-WM in Pontevedra und wird dabei schnellster Age Grouper overall
  • Simon Huckestein stürzt in Samorin schwer und bricht sich den Oberschenkelhals, kämpft sich zurück und wird starker 14. beim Ironman Busselton
  • Pascal Tischler verbessert sich um einen Platz ggü. 2024 und wird 2. beim Frenchman
  • Jannik Hollmann stürzt im Kraichgau und bricht sich das Schlüsselbein, kämpft sich wieder zurück und gewinnt den Ironman Portugal overall
  • Dirk Oswald gewinnt die AK40 sowohl in Roth als auch beim Ironman Italien
  • Michael Pfanner erreicht Platz 6 bei der Powerman WM in Zofingen in der Elite
  • Julian Großkopf läuft 2:18 beim Valencia Marathon und 2x Halbmarathons in 65min
  • Britta Dressler schafft es, 4 WM-Finisher-Medaillen (Alsdorf, Pontevedra, Kona, Marbella) aus 2025 mitnzunehmen
  • Sebastian Neumair gewinnt der Marathon in Olching overall
  • das Team sisu-training erreicht Platz 3 im Ironman TriClub Ranking in der Division III
  • zum Jahreswechsel sind bereits jetzt schon 10 Sportler für Kona und 6 für die 70.3 WM Nizza qualifiziert
  • jeder, der es an eine Startlinie geschafft hat, ist in unseren Augen ein Gewinner!!!!
  • usw.

Auf ein Neues!
Mario

Training über die Feiertage – praktisch und realistisch

Training über die Feiertage – praktisch und realistisch

Die Feiertage bringen selbst strukturierte Trainingspläne durcheinander. Termine, Familie, Reisen und Verpflichtungen sorgen dafür, dass der Alltag weniger vorhersehbar ist – und damit auch das Training.

Die gute Nachricht: Du kannst in dieser Zeit fit bleiben, ohne alles perfekt umsetzen zu müssen. Entscheidend ist nicht, jede Einheit exakt zu absolvieren, sondern den Kontakt zum Training nicht zu verlieren.

Planung: realistisch statt ideal

Feiertagswochen laufen selten nach Plan. Deshalb lohnt es sich, den Trainingsplan an das echte Leben anzupassen – nicht an ein Idealbild.

Prüfe deine kommende Woche ehrlich:

• Welche Termine stehen an?

• Wo ist realistisch Zeit für Training?

• Welche Tage sind wahrscheinlich stressig?

Plane nicht so, als würde nichts dazwischenkommen – plane mit Störungen. So entsteht weniger Frust, wenn etwas nicht klappt.

Lege dir außerdem kurze „Notfall-Einheiten“ bereit:

• kurze Läufe

• kurze Rolleneinheiten

• einfache Kraftübungen ohne Geräte

So kannst du auch mit wenig Zeit etwas Sinnvolles tun, ohne lange überlegen zu müssen.

Aufteilen hilft: Zwei kurze Einheiten am Tag sind besser als gar keine.

Konsistenz vor Ehrgeiz

Es geht im Dezember nicht darum, Bestleistungen zu erzielen. Es geht darum, regelmäßig in Bewegung zu bleiben.

Ein kurzer Lauf, eine lockere Einheit oder etwas Krafttraining reichen aus, um:

• deine Gewohnheiten aufrechtzuerhalten

• deinen Körper aktiv zu halten

• den Wiedereinstieg im Januar zu erleichtern

Auch Bewegung im Alltag zählt:

Spaziergänge mit der Familie, kleine Runden nach dem Essen, gemeinsame Aktivitäten draußen – alles ist besser als Stillstand.

Erholung bewusst einplanen

Die Feiertage bieten oft mehr Freiraum für Schlaf und Ruhe. Nutze das.

Erholung ist keine Trainingspause, sondern Teil des Trainings:

• ausreichend schlafen

• bewusst Pausen machen

• abends zur Ruhe kommen

Achtsamkeit muss nicht kompliziert sein:

Ein Spaziergang, ein paar ruhige Minuten ohne Handy oder bewusstes Abschalten reichen aus.

Mentale Erholung ist genauso wichtig wie körperliche.

Kurz zusammengefasst

• Plane Training um dein echtes Leben herum.

• Halte kurze Ersatz-Einheiten bereit.

• Bleib regelmäßig in Bewegung, ohne dich zu stressen.

• Nutze Alltagsbewegung.

• Nimm dir bewusst Zeit für Schlaf und Erholung.

Fazit

Feiertagstraining ist kein Leistungstest. Es ist eine Phase, in der Anpassung wichtiger ist als Disziplin.

Wenn du regelmäßig in Bewegung bleibst und dir gleichzeitig Erholung erlaubst, startest du stabil und ohne großen Leistungsabfall ins neue Jahr.

Nicht perfekt – aber konstant.

In diesem Sinne wirklich cool bleiben, wenn an den Feiertagen keine 5 Stunden Training eingeplant werden. Wir sind Lichtjahre von irgendwelchen Wettkämpfen entfernt, es bleibt genug Zeit, um in Form zu kommen. Nutzt stattdessen die etwas ruhigere Zeit, um die Akkus aufzuladen, Kredit bei Partner und Familie anzuhäufen, denn eins steht fest: Stark sein, wenns drauf ankommt. Und das wird sicherlich nicht an den letzten Tagen des Jahres gefordert!