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Der sisu-training Blog

Corona und Triathlon

Die Corona-Krise hält uns alle fest, es werden schon genug Spekulationen und Infos jedweder Art in den Nachrichten und sozialen Medien gestreut, die ich als Laie nicht beurteilen kann und möchte.

Da ich Trainer bin und sich die Fragen besorgter Athleten zum weiteren Saisonverlauf mehren, versuche ich wenigstens in meinem kleinen Mikrokosmos Triathlon eine Art Notfallplan zu erarbeiten.

Die aktuellen Rennausfälle sind bitter. Ob sie gerechtfertigt sind oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Wie lange diese Phase ohne sportliche Wettkämpfe sein wird oder ob es einfach keine Triathlonsaison 2020 in Europa oder global geben wird, wird sich zeigen.

Diese Unwissenheit sorgt nicht gerade für prickelnde Motivation bei einigen Sportlern. 

Ich würde aktuell empfehlen, das Training weitestgehend so durchzuführen als wenn die Rennen im Sommer stattfinden und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Aus gesundheitlicher Sicht ist Training auf jeden Fall zu befürworten, es stärkt das Immunsystem und frische Luft und Sonnenlicht sind ebenfalls nicht nachteilig zu bewerten. Das Corona-Virus ist wohl nicht über Wasser ansteckend. Demnach sollte Schwimmen ebenfalls möglich sein, sofern die öffentlichen Bäder nicht geschlossen werden, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Wenn 2 von 3 Disziplinen des Triathlons trainiert werden können, so sollte die Form nicht allzu sehr darunter leiden, zumal es ja durchaus noch die Möglichkeit eines schwimmspezifischen Trockentrainings in Form von Zugseiltraining oder Vasatrainer gibt.

Als trainingsmethodische Intervention für Sportler mit einem frühen ersten Saisonhöhepunkt, der der Pandemie zum Opfer gefallen ist, würde ich empfehlen, aktuell die Dauer der langen Einheiten und die Intensität von Intervallen etwas zu reduzieren, um eben nicht zu früh ein Peak-Niveau für ein späteres Rennen zu erreichen. Stattdessen könnte man nochmals einen Motorik- oder Technikblock einbauen, um im Saisonverlauf eingeschlichene Fehler erneut zu korrigieren. 

Sportler mit Hauptwettkampf im Sommer sollten sich nicht von ihrem aktuellen Ziel abbringen lassen und positiv denken, also davon ausgehen, dass die Rennen stattfinden werden. Am Ende ist es wahrscheinlich besser, wenn man sich ärgert, dass höhere Gewalt keinen Start zulässt als dass man sich mit schlechter Form durch das Rennen quält und am Ende deshalb enttäuscht ist.

Wettkämpfe stellen das i-Tüpfelchen im Sport dar. Wer Triathlon aus Überzeugung betreibt, Spaß an der Bewegung hat und eben nicht nur für Wettkämpfe trainiert, wird motivationstechnisch leichter durch diese Dürreperiode kommen und es eher verschmerzen, wenn die Rennen nicht stattfinden. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Sisu

Passt auf euch auf, wascht euch die Hände und versucht, cool zu bleiben!

Mario

NADA-Zertifikat wird zur Zugangsvoraussetzung

Der leider aktuelle Fall des Sportlers Chris Dels, der gegen den WADA-Code verstossen und darauf hin seinen WM-Titel verloren hat, zeigt wieder einmal, wie unvorbereitet und lax manche Altersklassensportler mit dem Thema umzugehen scheinen, siehe auch https://tri-mag.de/szene/ironman-agegroup-weltmeister-christopher-dels-muss-wegen-infusion-seinen-titel-wegen-doping-verstoss-wieder-abgeben/

Als im Triathlon arbeitender Coach habe ich eine gewisse Verantwortung gegenüber den von mir betreuten Sportlern. Seit Jahren insistiere und informiere diese, damit sie sich mit den Regularien der WADA und NADA vertraut machen, denn mit Unterschrift auf dem DTU-Startpass und/oder der Anmeldung an einer offiziell genehmigten Veranstaltung stimmen sie dem Anti-Doping-Reglement zu. Allerdings wissen sie aber leider sehr oft gar nicht, was sie dürfen und welche Mittel, Maßnahmen und Methoden verboten sind. Der Image-Verlust durch einen positiven Dopingfall durch einen von mir betreuten Sportler und daraus abgeleitet auch wirtschaftliche Verluste möchte ich ungern erleben.

Leider kann ich nicht überprüfen, ob sie sich damit auseinandergesetzt haben oder auch nicht, daher hab ich ab sofort im Vertragswerk zwischen den Sportlern und mir die seit Jahren bestehenden Anti-Doping-Klausel ergänzt. Ab sofort müssen Sportler innerhalb von 4 Wochen nach Vertragsbeginn den Nachweis zum e learning-Zertifikat der NADA unter https://www.gemeinsam-gegen-doping.de/#section-2 erbringen. Erfolgt dieser Nachweis nicht, wird der Trainingsvertrag von meiner Seite aus wieder gekündigt.

Ich erhoffe mir durch die Maßnahme ein höheres Bewusstsein der Sportler zu diesem Thema, damit vermeidbare Sperren nicht wieder ein schlechtes Licht auf den Triathlon werfen. Leider kann man sich als Coach nie sicher sein, was Sportler im stillen Kämmerlein so treiben, da ich nicht 24/7 die Athleten überwachen.

Eine weitere Möglichkeit der Weiterbildung zu diesem Thema bietet die DTU an. Im Rahmen des Leistungssportwochenendes im Oktober findet traditionell sonntags der Anti-Doping-Tag statt.

https://www.dtu-info.de/news/2019/fortbildungswochenende-gibt-neue-impulse.html

Ich denke dennoch, dass ich mit dieser Aktion etwas ruhiger schlafen kann, weil ab sofort das Wissen um den WADA-Code verpflichtend ist.

Alles geben, nichts nehmen!
Mario

 

Ironman® TriClub Weltmeister Division III 2019

Ironman® hat heute die Weltmeister in den 5 Divisionen des Jahres 2019 veröffentlicht und voller Stolz kann und darf ich verkünden, dass das TEAM sisu-training nach 2016 und 2017 erneut diesen Weltmeistertitel nach Deutschland holen konnte.

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Die Kritiker treten bestimmt wieder auf den Plan und nörgeln am Wertungsmodus herum, da dies ein rein quantitatives Ranking abbildet. Wir haben jedoch nicht nur dieses Ranking global in der Division III für uns entschieden, sondern auch noch divisionenübergreifend die meisten Tageswertungen in der EMEA-Region für uns entschieden. Bei diesen Tageswertungen werden immer die besten 5 Athleten eines Teams bzw. deren Punkte summiert. Ein weiteres Indiz dafür, dass es eben nicht nur eine große Menge an Sportlern ist, sondern auch, dass die Qualität sich ebenfalls sehen lassen kann.

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In “unserer” Division III sind 76-125 Athleten erlaubt, wir waren mit insgesamt 114 Athleten im vergangenen Jahr an den diversen Startlinien, also noch mit etwas Luft nach oben.

Ich hab zur besseren Einschätzung mal die besten 5 Teams aller 5 Divisionen miteinander verglichen bzw. in tabellarische Form gebracht. Hierbei steht Gold immer für den höchsten Wert, Silber für Rang 2 und Bronze für die dritthöchste Zahl.

TriClub2019 finale Statistik

Auch hier konnte sisu-training den höchsten Durchschnittswert aller Top5-Teams pro eingebrachtes Rennen erreichen. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass dieser Durchschnittswert nicht abbildet, ob 5150®, 70.3® oder Langdistanz-Punkte eingebracht wurden..

Ich bin sehr stolz auf die gezeigten Leistungen des vergangenen Jahres. Dieses Ranking bedeutet mir als Coach sehr viel, denn es spiegelt die Kontinuität der Leistungen wider und ist für mich Ausdruck der geleisteten Jahresarbeit 2019.

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Mein Dank geht an alle 114 Sportler, die an diesem Titel tatkräftig mitgewirkt haben, es ist EUER Titel.

Gratulation auch an Santiago Ascenso Assesoria Esportiva und Purplepatch Fitness.

In diesem Sinne, gehen wir es an, die 2020er-Latte liegt hoch.

Mario

 

Saisonstatistik Triathlon 2019

Zum Jahreswechsel gehört traditionell auch ein Blick auf das vergangene Jahr.

Hier meine Saisonstatistik zu den gecoachten Triathlons des Jahres 2019. Da am heutigen Silvestertag noch unzählige Laufwettkämpfe bestritten werden, kommt die Gesamtübersicht dann erst an Neujahr.

Saisonstatistik Triathlon 2019

Ich bin sehr dankbar dafür, an jedem dieser Rennen in irgendeiner Form beteiligt gewesen zu sein.

In diesem Sinne, allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2020!
Mario

Empirische Beobachtung zur Magen-Darm-Problematik auf der Langdistanz

Endlich finde ich die Zeit, meine Daten rund ums Thema Magen-Darm-Problemen auf der Langdistanz mal zusammenzufassen. Ähnlich wie bei meinen Beobachten zu Laufschuhmodellen und Verletzungshäufung geht es mir dabei nicht darum, irgendwelche Hersteller in die Pfanne zu hauen. Die Beobachtungen sind als absolut neutral zu sehen. Ich hab die Daten aus 434 Langdistanzrennen der letzten 4 Jahre zusammengetragen. Die Sportler füllen mir im Nachgang einen Feedbackbogen aus und vermerken dort auch, ob sie Magen-Darm-Probleme (GI-Stress) im Wettkampf zu beklagen hatten. Entweder werden die Angaben zum Hersteller der WK-Verpflegung da gleich mit niedergeschrieben oder ich hab diese dann proaktiv von meiner Seite aus erfragt. Eine für mich erschreckende Zahl von 143 Sportlern hatten in den letzten 4 Jahren mit Magen-Darm-Problemen im Wettkampf zu kämpfen!!!

Die Entstehung dieser Probleme muss nicht zwingend beim Hersteller der Produkte liegen.

Folgende Fehlerquellen gilt es darüber hinaus zu beachten:

  • zu große Menge an Kohlenhydraten pro Stunde 
  • die Menge an Kohlenhydrate wurde nicht gleichmäßig verteilt aufgenommen
  • die Menge an aufgenommener Flüssigkeit ist in Relation zur aufgenommenen KH-Menge zu gering
  • fehlendes Testen der WK-Verpflegung in den vorbereitenden Wochen vor der Langdistanz

 

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Die Farbskala in der rechten Spalte soll einen Schnellüberblick geben, welche Hersteller gemäß Ampelprinzip als unbedenklich oder als bedenklich einzustufen ist. Nochmals: Ernährung ist sehr individuell! Wenn ein Sportler mit seiner Strategie gut bisher gefahren ist, dann bitte dabei bleiben. Was für Sportler A funktioniert, muss nicht zwangsläufig bei Sportler B ebenfalls Erfolg versprechen!!

 

 

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Fazit:  Wenn fast jeder 3. Sportler schon mal mit GI-Stress in den letzten 4 Jahren zu kämpfen hatte, ist das eine für mich alarmierende Zahl und zeigt, dass man seine Wettkampfverpflegung wohl überlegt aussuchen und auch testen muss. Bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Ironman® AWA Ranking 2019

Auch in 2019 gab es das sogenannte All World Athlete Ranking (AWA), in dem alle erzielten Punkte subsummiert zu einem Jahresendergebnis gewertet werden. Klar ist, dass Vielstarter belohnt werden, wobei nur die besten 3 Ergebnisse eingebracht werden, siehe hierzu auch https://www.ironman.com/all-world-athlete

Es reicht eben nicht mehr, “nur” viele Rennen zu bestreiten, um am Ende in der jeweiligen Altersklasse oben wiedergefunden zu werden, sondern auch eine gewisse Qualität als Age Group-Athlet. Eine Qualität, die untenstehende Liste exemplarisch widerspiegeln soll.

AWA-Ranking 2019

#proudcoach

Mario

 

Wearables im Schwimmtraining

Ich denke, wir sind uns alle einig darüber, dass die Technik Einzug im Triathlon gehalten hat. Die Bandbreite reicht von der Wattmessung fürs Laufen, Real time-Bewegungskontrollen mittels Leomo, Moxy Monitoren bis hin zu Smart Watches und Fitness Tracker, die unseren Alltag permanent screenen.

Doch leider wird dem Ganzen heute zu viel Aufmerksamkeit beigemessen, die Tools werden zu hoch in ihrem Nutzen eingeschätzt, insbesondere beim Thema Schwimmen.

Ich habe mich bereits in 2016 mal kritisch bzgl. der Uhren beim Schwimmen geäußert:

https://sisu-training.de/allgemein/triathlon-365409-garmin-beim-schwimmen/

Ich möchte das Ganze jedoch nochmals etwas näher erläutern, so dass kolportiertes Halbwissen zum Freiwasser-Schwimmen etwas entwaffnet wird.

Es gibt 5 Möglichkeiten, Schwimmgeschwindigkeiten zu steigern.

Untenstehende Tabelle (Quelle: Achim Schneider im Rahmen der DTU A-Lizenz Langdistanz) soll diese Möglichkeiten aufzeigen.

ZL steht hierbei für die Zuglänge, Fz für die Frequenz.

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Die meisten Uhren ermitteln den sog. SWOLF-Wert. SWOLF steht hierbei für Swim Golf, also eine Kombination aus geschwommener Zeit und Anzahl der Armzüge. Damit soll die Effizienz des Schwimmens gemessen werden. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser soll die Effizienz (was auch immer das konkret bedeuten soll) sein. 

Hier die Links zu zwei namhaften Herstellern, deren Texte sich im Wortlaut fast gleichen.

https://support.polar.com/de/support/V800/swimming_metrics_pool_swimming

https://support.garmin.com/en-GB/?faq=8ms6votkT31TRIBfCVs9WA

Im Klartext bedeutet dies, entweder schneller zu schwimmen oder die Anzahl der Züge zu reduzieren. Da der Triathlet als Schwimm-Späteinsteiger i.d.R. Probleme mit dem schnellen Schwimmen hat, wird die Frequenz reduziert, um eben diesen SWOLF-Wert zu verbessern.

Die Vorstellung, man könne durchs Wasser gleiten, ist leider weit verbreitet, siehe u.a. auch https://www.triathlon-tipps.de/kraft_sparen_beim_kraulschwimmen_si_299.html 

Für das Freiwasserschwimmen ist das jedoch ein falscher Ansatz, denn durch Wellen, Strömungen und Gegnerkontakt dürfte ein Gleiten in Kombination mit der Tatsache, dass Wasser 880mal dichter als Luft ist, kaum möglich sein. Man sieht bei Overglidern keine gleichmäßige Vorwärtsbewegung, es ist ein kraftraubendes permanentes Be- und Entschleunigen.

Die meisten Triathleten lassen sich vom vermeintlich besseren SWOLF-Wert fehlleiten und arbeiten nur am Verlängern der Zuglänge und der Reduktion der Frequenz.

 

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Es konnte aber in einer Studie aus dem Jahr 2010 nachgewiesen werden, dass sich einige Parameter deutlich verschlechtern, wenn Sportler „gezwungen“ werden, ihre natürliche Armzugfrequenz zu verringern. Herzfrequenz, Sauerstoffbedarf und subjektive Wahrnehmung haben sich bei übersteigerter Reduktion der Zugfrequenz verschlechtert. 

 

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Basierend auf dieser Studie und meinen Erfahrungen aus 10000 Stunden am Beckenrand bedeutet SWOLF für mich ScheisseWeilOberLangsameFrequenz.

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Letztendlich sollte man die Messgenauigkeit der Uhren erwähnen. 

Hierzu eine Studie aus dem Jahr 2018, die eine Apple Watch mit einer Garmin Uhr verglichen hat.

https://www.researchgate.net/publication/326226457_Accuracy_of_swimming_wearable_watches_for_estimating_energy_expenditure

Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass ein optischer HF-Messer am Handgelenk bei einer dynamischen Bewegung, bei der die Arme und somit auch die Uhr, mit hohen Geschwindigkeiten beschleunigt werden, sichere HF-Werte abbildet. Dazu muss die Uhr wohl ziemlich eng anliegen und ob man das als Schwimmer lange toleriert, wage ich zu bezweifeln. Wenn man sich Schwimmer im Training anschaut, sieht man an Hand der Hautrötung recht gut, in welchen Körperteilen mehr Durchblutung stattfindet und in welchen Regionen entsprechend weniger. Ich konnte noch nie eine Dunkelfärbung am Handgelenk feststellen. Von daher würd ich, wenn überhaupt notwendig, die HF immer mit den Fingern an der Halsschlagader, also ganz old school, ermitteln und mich nie auf die HF-Messung mittels Uhr beim Schwimmen verlassen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass Blutgefäße in Richtung Peripherie an Durchmesser verlieren, der optische Sensor aber den Blutfluss bzw. die Pulswellen optisch ermittelt, kann man unterm Strich schon sagen, dass die Messgenauigkeit mit zunehmender Distanz vom Herzen abnimmt.

Als Fazit bleibe ich somit bei meiner Meinung aus 2016 und möchte gerne die Uhren aus dem Schwimmtraining verbannen. Ich bin durchaus ein Freund von Innovationen, in diesem Fall bleibe ich lieber old school.

 

 

Trainingsprioritäten Langdistanztraining im Winter

Untenstehendes Organigramm soll die Prioritäten im Training eines Langdistanzlers im Winter erklären. 

Am Ende einer Saison sollte man Stärken und Schwächen analysieren und daraus die richtigen Inhalte als Fahrplan für den Winter ableiten.

Erfahrungsgemäß fällt dies jedoch sehr vielen Sportler schwer, da nicht objektiv auf die Sache geschaut wird, sondern man sich zu sehr an Zahlen, Daten und Fakten im Sinne von Stunden und Kilometern orientiert.

Da in meinen Augen viel Potenzial in der Optimierung der Motorik, Bewegungsausführung und Ökonomisierung liegt, erklärt sich auch, dass im Winter nicht zwingend das Sammeln von Grundlagenkilometern für Jedermann oberste Priorität haben muss.

 

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Dinge, die einen Coach verstimmen

Unknown

 

(Quelle: sportbuzzer.de)

Ich bin in den letzten Wochen immer wieder gefragt worden, was mich als Coach auf die Palme zu bringen scheint.

Ich weiß zwar wirklich nicht, warum das Athleten interessiert, aber ich möchte da gerne Rede und Antwort stehen. Vielleicht haben sie Angst vor mir als Coach, was ich ziemlich merkwürdig fände, da diese

a) unbegründet ist

und

b) ich die Dinge, die mir mißfallen so oder so direkt anspreche.

Mangelnde Kommunikation

Nicht jeder Athlet ist von seiner Persönlichkeit von Haus aus eine „Plappertasche“ und das braucht auch keineswegs so zu sein. Allerdings sollte die Kommunikation von Athletenseite wenigstens die grundlegenden Dinge wie zur Verfügung stehendes Zeitbudget, Befindlichkeiten körperlicher und mentaler Natur und subjektives Empfinden der Trainingseinheit umfassen. Hierzu sind keine langen Prosatexte notwendig, kurze und knappe Infos sind dazu vollkommen ausreichend. Wenn ich von Sportlerseite „alleine gelassen werde“, wenig bis keine Rückmeldung bekomme und auch auf mehrfache Aufforderung meinerseits diesbezüglich wenig kommt, dann fühle ich mich schon verstimmt, weil ich das Gefühl habe, dass meine Arbeit nicht wertgeschätzt wird.

Pushy emails

Wenn ein Sportler an einem Freitag Abend um 22.30 eine Frage bzgl. des Rollwiderstands von bestimmten Reifen stellt und ich für mich denke, dass die Beantwortung durchaus bis Montag warten kann, ich dann aber von Freitag Abend bis Sonntag Abend 4 „friendly reminder“ bekomme, schalte ich auf stur. Ich stehe fast rund um die Uhr zur Verfügung und garantiere, innerhalb von 3 Stunden auf für den jeweiligen Trainingstag relevante Fragen zu antworten. Manche Dinge sind wirklich nicht kriegsentscheidend und haben Zeit!

Social media-Wahn

Wenn ich auf Strava, facebook oder Instagram ganz andere Dinge in Sachen Training oder Wettkampfbericht lese als im Trainingstagebuch niedergeschrieben, muss ich mich schon fragen, welche Vertrauensbasis eigentlich vorhanden ist. Schon mal darüber nachgedacht, warum die besten Athleten (mit Ausnahme der Norweger) selten Inhalte zu ihren Trainingseinheiten veröffentlichen?

Teilen von Trainingsplänen, Texten und Tabellen

Letztendlich „kauft“ ein Athlet meine Dienstleistung und Knowhow. Etwas unschön finde ich jedoch, wenn ich auf social media sehe, dass Freunde dieser Athleten tagesgenau permanent die gleichen Trainingseinheiten posten oder ich auf Texte/Artikel angesprochen werde, die exklusiv für die zahlenden Sportler bestimmt sind. Ganz besonders ärgerlich bzw. eigentlich peinlich finde ich, wenn Sportler auf einmal ihr eigenes Coaching-Business aufbauen und dabei gnadenlos Texte und Trainingseinheiten übernehmen und diese teilweise öffentlich zugänglich machen. Trainingseinheiten können nicht patentrechtlich geschützt werden, ich bin aber grade dabei, mich urheberrechtlich dahingehend juristisch beraten zu lassen. 

Zur Erinnerung: mich erfüllt meine Tätigkeit als Coach mit großer Erfüllung, aber am Ende ist es auch Business und ich muss 4 Kinder ernähren. Allerdings scheint im Sport immer noch die Meinung vorzuherrschen, dass man sich alles erlauben kann.

Vorhaltungen in Sachen Trainingskonzept

Als verantwortungsbewusster Trainer hinterfrage ich mich bzw. das angewandte Trainingskonzept permanent und justiere da regelmäßig an den jeweiligen Stellschrauben. Das impliziert nicht, dass ich der Weisheit letzter Schluss wäre und fehlerfrei bin. Man darf und soll mich durchaus hinterfragen. Ich kann es jedoch nicht sonderlich gut leiden, wenn nach Besprechung des Konzepts permanente Einwände kommen, weil der Sportler von Trainingspartnern, social media, Magazinen etc. andere Konzepte für besser empfindet. Am Ende bin ich trotz Diskussions- und Kompromisbereitschaft derjenige, der „das Sagen“ hat, denn ansonsten braucht man auch keinen Trainer zu konsultieren. Die Erfahrung der letzten 15 Jahre zeigt mir, dass sich Leistungsentwicklungen nur dann ergeben, wenn ein beiderseitiges Vertrauen vorhanden ist.

Großzügige Interpretation des Plans

Einen gewissen Freiraum halte ich für Athleten bereit, doch wenn der Trainingsplan zu kreativ interpretiert wird, frage ich mich auch hier, warum man mich als Trainer beauftragt. Hierzu zählt auch, dass man bei Tempoeinheiten das Tempo großzügig übersteigert. Intervalle stehen lediglich für die angewandte Methodik und bedeuten nicht, dass man jedes Mal Erbrochenes im Hals stehen haben oder Sternchen sehen muss. Ein permanent deutliches Steigern der Volumina um über 10% des geplanten Umfangs wäre auch nicht begrüßenswert. Bei einigen Athleten rechne ich den „Schwanzvergleichs-Aufschlag“ von vorneherein ein, wenn ich den Plan erstelle.

Ungeduld

Erfolge stellen sich nicht über Nacht ein. Die Suche nach der Abkürzung zum Erfolg ist vergebene Liebesmüh, denn es gibt sie nicht. Triathlon ist Ausdauersport, hierzu braucht es nicht nur physische Ausdauer, sondern auch mentale Ausdauer, sprich Geduld.

Fazit:

Wenn man sich als Athlet fragt, was man von einem Coach erwartet, sollten sich die o.g. Dinge eigentlich, wie ich finde, verselbständigen, oder?